Nationalparks in NRW und Projekttage Demokratieförderung 2025

4.05.2026 | Aktuelles, Allgemein, Biologie, Exkursionen, Geographie, Ökologie, Projekte

Anfang September letzten Jahres (3.-5.9.25) fanden am Stiftischen Gymnasium Projekttage zur Demokratieförderung statt. „Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, sich mit relevanten gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen, bei denen die Vermittlung demokratischer Werte eine wichtige Rolle spielt. Durch die Projekte sollen die Schülerinnen und Schüler lernen, demokratische Prozesse besser zu verstehen und Verantwortung zu übernehmen, wobei sie wichtige Selbstwirksamkeitserfahrungen sammeln sollen.“ So lauteten die formulierten Ziele des Planungsteams am Stift.


Im Rahmen dieser Ziele haben wir eine Projektgruppe unter dem Titel „Demokratie und Naturschutz (NP Eifel)“ geplant und umgesetzt. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler wählten dieses Projekt (Nr. 26) und schließlich konnten aus den Interessenten insgesamt 22 Jugendliche der Jahrgangsstufen 9, 10 und EF diesem Projekt – unter der Leitung der Kollegen Herr Bünten und Herr Hager – zugeordnet werden.


Am Beispiel des Nationalparkes Eifel beschäftigten wir uns mit der Planung, Entstehung und Umsetzung eines Nationalparkes. Es ist bisher der einzige Nationalpark im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW. Im Rahmen der Projekttage durfte natürlich auch eine Exkursion in den Nationalpark und den zentralen Raum Vogelsang IP nicht fehlen. Den notwendigen Bus zur Reise nach Vogelsang (Schleiden) konnten wir mit Unterstützung der NRW-Stiftung dankenswerterweise finanzieren.

Dort beschäftigten wir uns dann am 04.09.25 vor Ort im engeren Sinne mit dem Nationalpark Eifel. Die fachliche Begleitung konnte durch den pädagogisch ausgebildeten Ranger Klaus Leyendecker sichergestellt werden (vgl. Fotodokumentation). Im Rahmen des Projekts konnten wir dabei als Hintergrundwissen die demokratischen Entscheidungsprozesse auf regionaler, aber auch Landesebene näher klären. Die besondere Bedeutung eines Nationalparks lernten wir hier vor Ort an Tieren und Pflanzen einprägsam kennen (Ausstellung Wildnis(t)räume).


Interessant war für uns dabei an den Projekttagen insbesondere die Frage, warum bisher die Umsetzung eines weiteren Nationalparks in NRW nicht funktioniert hat, obwohl schon mehrere geeignete Regionen ausgewählt waren. Welche sind die Interessensgruppen, die hier Einfluss nahmen und immer noch nehmen? Dies konnten wir mit ausführlichen Medienrecherchen im Stift gut klären. Am Rande konnte auch noch kurz die Wiederansiedlung des Wolfes in Deutschland bzw. NRW als (politisches) Thema mit seinen Vor- und Nachteilen aufgegriffen werden.

Seit den Koalitionsvereinbarungen aus dem 2023 der aktuellen politischen Regierung in NRW, in der u. a. auch ein zweiter Nationalpark in NRW als Ziel formuliert ist, konnten schon mehrere interessante Naturräume in NRW in den Medien als potentiell geeignet dargestellt und gelesen werden, darunter das Eggegebirge (Regionen Lippe, Paderborn, Höxter) mit 12 200 ha, der Arnsberger Wald (Soest, HSK) mit 6 500ha, das Ebbegebirge (Olpe) mit 5 800ha, das Rothaargebirge (Siegen) mit 4300ha, der Reichswald Kleve mit 5100ha, der Hürtgenwald (Stadtregion AC DN) mit 7 010 ha. Die Region Senne (Paderborn) als ehemaliges militärisches Übungsgebiet der Briten war schon früh gescheitert.


Wie wir alle wissen wurde bis heute kein weiterer Nationalpark in NRW ausgewiesen, gescheitert sind sie alle – nach oft tiefgehenden und umfangreichen politischen Diskussionen – am Willen der Bürger in den Regionen (so unsere Ergebnisse in 09/25). So kam es in keiner Region zu einem positiven Votum für einen Nationalpark. Zu stark waren in allen Regionen die vielfältigen und breiten Bedenken gegen so einen streng geschützten Naturraum. Und dies obwohl schon 44,4 Prozent der untersuchten Tier- und Pflanzenarten in NRW auf der Roten Liste stehen. Selbst die herausragende Bedeutung für den Wirtschaftsfaktor Tourismus – der NP Eifel zählte 2022/23 über 1, 38 Mio. Besucher – konnte diese Abstimmungen offenbar nicht entscheidend positiv beeinflussen.

Die Ergebnisse unserer Arbeitsgruppe wurden in Fotos und Postern festgehalten. Sie hängen seit den Projekttagen in Bioraum 2 für alle sichtbar bis heute aus.

Text und Fotos: Bt

Nachtrag: Aktuell (04/2026) wird noch in Siegen-Wittgenstein (Rothaargebirge) erneut die Einrichtung eines Nationalparks politisch geprüft.

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