Kein Hype, kein Verbot – sondern Können: Unser Pädagogischer Tag zur KI

22.03.2026 | Aktuelles, Allgemein, Veranstaltungen

Am 9. Februar 2026 stand das Stiftische Gymnasium ganz im Zeichen der Künstlichen Intelligenz. Während die Schülerinnen und Schüler einen schulfreien Tag genossen, versammelte sich das gesamte Kollegium – gemeinsam mit Eltern- und Schülervertretern – zu einem ganztägigen Pädagogischen Tag unter dem Titel „ChatGPT in der Schule? Künstliche Intelligenz sinnvoll im Unterricht einsetzen!“. Die Resonanz war überwältigend: Drei Viertel des Kollegiums bewerteten den Tag mit „gut“ oder „sehr gut“ – ein klares Zeichen, dass das Thema angekommen ist und der Tag genau den richtigen Ton getroffen hat.

Pionierarbeit: Das Early-Bird-Team „KI in der Schule“

Dass dieser Tag so reibungslos und inhaltlich stark werden konnte, ist das Ergebnis intensiver Vorbereitung. Seit dem Schuljahr 2024/25 arbeitet am Stiftischen Gymnasium ein schuleigenes „Early-Bird-Team“ – eine bunt gemischte Gruppe von Lehrkräften nahezu aller Fächer, die den Einsatz von KI in der Schule erprobt, Best-Practice-Beispiele entwickelt und das gesamte Kollegium Schritt für Schritt mitnimmt. Das Konzept lehnt sich bewusst an das Vorbild des Friedrich-Gymnasiums Freiburg an, wo Dr. Patrick Bronner mit seinem Team digitale Innovationsprozesse erfolgreich von innen heraus angestoßen hat.

Herzstück der praktischen Arbeit ist die KI-Plattform fobizz – die führende deutschsprachige Fortbildungs- und KI-Plattform für Lehrkräfte, die auch Schülerinnen und Schülern vielfältige, DSGVO-konforme Einsatzmöglichkeiten bietet. Dass wir fobizz seit fast einem Jahr schulweit nutzen können, verdanken wir einer großzügigen Spende des Dürener Vereins „Stadtgespräch e. V.“. Im Juni 2025 informierten sich Vorstandsmitglieder des Vereins persönlich am Stift über die Unterrichtsprojekte – und zeigten sich beeindruckt von den konkreten Einsatzmöglichkeiten, die Schülerinnen und Schüler in vielen Fächern bereits heute nutzen. Dem Verein sei an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt.

Die Mischung macht’s – unser Referent Dr. Patrick Bronner

Als Referent gewann die Schule Dr. Patrick Bronner – eine der bekanntesten Stimmen, wenn es um digitales Lernen und KI im Schulunterricht geht. Bronner ist Lehrer für Mathematik und Physik am Friedrich-Gymnasium Freiburg, Fachberater für Unterrichtsentwicklung am Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) Freiburg sowie Ausbilder am Seminar für Didaktik und Lehrerbildung. 2016 wurde seine Schule mit dem Deutschen Lehrerpreis in der Kategorie „Unterricht innovativ“ ausgezeichnet – für ein Medienkonzept, das er maßgeblich mitentwickelt hat.

Was Bronner auszeichnet, ist seine Bodenhaftung: Er ist selbst täglich im Klassenzimmer, kennt die Realität des Schulalltags und entwickelt seine Fortbildungen konsequent aus der Unterrichtspraxis heraus. Sein Leitgedanke – „Tablet oder Kreidetafel? Die Mischung macht’s!“ – prägte den gesamten Tag: Digitaler Unterricht mit KI macht in einem gesunden Verhältnis etwa 20 Prozent des Unterrichtens aus. Der Kern guten Lehrens bleibt der engagierte Mensch vor der Klasse – keine KI der Welt kann das ersetzen.

Vom Prompt bis zur Prüfungskultur: Der Workshop im Überblick

Der vierstündige Workshop am Vormittag gliederte sich in sieben thematische Blöcke: von den Grundlagen von ChatGPT und fobizz über den KI-gestützten Unterrichtsentwurf und Feedback-Methoden für Schülerinnen und Schüler bis hin zu KI-Bildern, weiteren Unterrichtswerkzeugen und eigenen KI-Assistenten. Am Ende stand die vielleicht wichtigste Frage: Wie verändert KI unsere Lern- und Prüfungskultur – und welche Konsequenzen müssen wir als Schule jetzt ziehen?

Besonders anschaulich zeigte Bronner, wie Schülerinnen und Schüler langfristig mit KI und iPad an echten Projekten arbeiten können – und wie dabei durch alternative Formen der Leistungsbewertung sichergestellt wird, dass echte Eigenleistung erkennbar bleibt. Konkrete Impulse, die viele Kolleginnen und Kollegen direkt mitnehmen konnten:

  • Unterrichtsvorbereitung und Differenzierung mit ChatGPT und fobizz-Tools
  • KI-gestütztes, formatives Feedback für Schülerinnen und Schüler
  • Projektorientiertes Arbeiten mit iPad und KI über längere Zeiträume
  • Alternative Leistungsbewertung, die echte Eigenleistung sichtbar macht
  • Ethische Fragen rund um KI-Bilder, Deepfakes und Datenschutz

Nachmittagsprogramm: Gemeinsam essen, gemeinsam diskutieren

Nach einem gemeinsamen Mittagessen, das auch dem informellen Austausch über die Eindrücke des Vormittags Raum gab, teilte sich die Veranstaltung am Nachmittag produktiv auf: Während die Fachschaften zusammenkamen, um anhand von vier Leitfragen und Video-Impulsen zu überlegen, wie sich KI sinnvoll in den eigenen Fachunterricht integrieren lässt und welche ersten Schritte konkret möglich sind, erarbeiteten Eltern- und Schülervertreter in einer eigenen KI-Werkstatt ihre Wünsche und Regelvorschläge für den Umgang mit KI an unserer Schule.

Zum Abschluss des Tages präsentierten Eltern sowie Schülerinnen und Schüler ihre Ergebnisse im Plenum – Perspektiven, die das Kollegium bereichern und die künftige Schulentwicklung mitgestalten werden. Denn klar ist: KI betrifft nicht nur den Unterricht, sondern die gesamte Schulgemeinschaft.

Ausblick: Das Thema bleibt – und wir bleiben dran

Die große Zufriedenheit mit dem Tag ist ein starkes Signal – und zugleich ein Auftrag. Die Ergebnisse aus den Fachschaften, der KI-Werkstatt und die zahlreichen Impulse des Workshops werden in den kommenden Wochen und Monaten in den Fachkonferenzen, in der Unterrichtsentwicklung und im Early-Bird-Team weiterleben. Das Thema KI im Unterricht ist kein kurzfristiger Trend: Es verändert, wie wir lehren, wie Schülerinnen und Schüler lernen und wie wir Leistung künftig beurteilen. Auf der Höhe dieser Zeit zu bleiben – das ist für das Stiftische Gymnasium keine Option, sondern ein Auftrag.

Text und Fotos: Lnr

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