Am 20.02.26 verwandelte sich Lernen in ein Erlebnis, das lange nachwirkt: Die Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase des Stiftischen Gymnasiums Düren nahmen im JuLab, dem Schülerlabor des Forschungszentrums Jülich, am Wettbewerb der Analytiker teil und zeigten dabei, wie ansteckend Neugier sein kann. Vom ersten Moment an lag Spannung in der Luft: echte Proben, echte Fragestellungen, echte Verantwortung und die Chance, im fairen Wettstreit zu beweisen, wie präzise, sorgfältig und klug man analysiert. Im Mittelpunkt standen anspruchsvolle Experimente zur chemischen Analytik, die Teamgeist und methodisches Know-how verlangten.



Die Teams planten ihre Vorgehensweise, teilten die Rollen ein und legten los: Standardlösungen ansetzen, sorgfältig titrieren, pH- und Leitfähigkeitswerte bestimmen, Nachweisreaktionen durchführen und Messdaten strukturiert protokollieren. Besonders elektrisierend waren die Aha-Momente, wenn sich Hypothesen durch eindeutige Farbumschläge bestätigten, Kalibrierkurven eine saubere Linearität zeigten oder eine akkurat ermittelte Konzentration exakt den erwarteten Bereich traf. Auf jedem Labortisch wurde sichtbar, wie aus konzentriertem Arbeiten Erkenntnis und aus Erkenntnis Begeisterung entstand. „Schaffen wir die nächste Messreihe noch reproduzierbarer?“ wurde zum sportlichen Ehrgeiz, und jedes Team feilte an seiner Präzision, um im Wettbewerb zu punkten.
Der Wettbewerbsmodus gab dem Tag eine besondere Dynamik: Bewertet wurden nicht nur fachlich korrekte Ergebnisse, sondern auch sauberes Arbeiten, Sicherheit im Umgang mit Geräten und Chemikalien, stringente Dokumentation sowie die Fähigkeit, Messergebnisse kritisch zu interpretieren. Zwischen Pipette und Bürette, zwischen Versuchsanordnung und Auswertung wuchsen die Teams zusammen. Sie diskutierten Zwischenergebnisse, passten Parameter an, führten Kontrollmessungen durch und entschieden, wann eine Serie steht.
Diese Mischung aus Tüfteln, Teamplay und wissenschaftlicher Haltung entfachte spürbare Motivation. Jede gelungene Messung war ein kleiner Triumph, jedes Protokoll eine Visitenkarte der eigenen Sorgfalt. Die Jugendlichen bewegten sich sicher im Labor, arbeiteten strukturiert, fragten gezielt nach und argumentierten ihre Entscheidungen fachlich. So wurde der Schritt von der Theorie zur Praxis mit Souveränität gegangen – und die Begeisterung fürs Experimentieren bekam Raum, sich zu entfalten.




Am Ende des Tages stand mehr als eine Punktetabelle: Die Schülerinnen und Schüler nahmen das Erlebnis mit, Forschung eigenhändig gestaltet und gemessen zu haben – mit allen Höhen und Tiefen, die präzises Arbeiten mit sich bringt. Sie gewannen fachliche Sicherheit in zentralen analytischen Methoden, Routine im Umgang mit Laborinfrastruktur und ein Gefühl dafür, wie sich echte Forschung anfühlt: konzentriert, kooperativ, ergebnisoffen und zutiefst befriedigend, wenn Daten klar sprechen. Viele äußerten den Wunsch, die neu gewonnenen Fertigkeiten in Projekten zu vertiefen, an weiteren Wettbewerben teilzunehmen oder ein erneutes Mal im JuLab zu arbeiten.
Das Stiftische Gymnasium Düren dankt dem Team des JuLabs am Forschungszentrum Jülich für die inspirierende Ausrichtung des Wettbewerbs der Analytiker und die hervorragende Betreuung. Begleitet wurde die Gruppe aus schulischer Seite von Herrn Christian Leroy und Herrn Patrik Wolfram. Nun werden die erhobenen Daten im Unterricht ausgewertet, Erfahrungen reflektiert und nächste Schritte geplant – damit aus dem Funken der Begeisterung eine nachhaltige Flamme für die Naturwissenschaften wird.
Text und Fotos: Wol