Wenn in den Herbstferien am Stiftischen Gymnasium Düren die Türen der Fachräume aufgehen, liegt eine ganz besondere Atmosphäre in der Luft: Es wird geforscht, gelacht, ausprobiert – und vor allem gestaunt. Die MINT-Forschertage haben sich seit Jahren als fester Bestandteil unseres Schulprogramms etabliert und bieten Viertklässlern die Möglichkeit, Naturwissenschaften und Mathematik auf eine ganz neue, spannende Weise kennenzulernen.


Das Konzept der MINT-Forschertage ist dabei ebenso einfach wie wirkungsvoll: Kinder lernen am besten durch eigenes Entdecken. Statt klassischem Unterricht stehen daher experimentelles Arbeiten, kreatives Problemlösen und eigenständiges Ausprobieren im Mittelpunkt. In kleinen Gruppen durchlaufen die jungen Teilnehmer verschiedene Workshops, in denen sie selbst aktiv werden – begleitet von erfahrenen Lehrkräften und, ganz besonders, von unseren engagierten Schülerinnen und Schülern. Ein echtes Herzstück dieses Programms sind inzwischen die MINT-Schülerlabore – Workshops, die vollständig von älteren Schülerinnen und Schülern konzipiert, geplant und durchgeführt werden. Hier entsteht Lernen auf Augenhöhe: Die „Großen“ geben ihre Begeisterung weiter und die „Kleinen“ lassen sich mitreißen.
Der Anfang dieser besonderen Erfolgsgeschichte liegt im Jahr 2022. Im Rahmen des MILeNa-Programms entwickelten die Schülerinnen Yukino Farber, Leonie Kiefer und Marie Tandetzki erstmals den Biologie-Workshop „Kleine Wassermonster“. Ausgestattet mit Pipetten, Bechergläsern und Mikroskopen machten sich die Kinder auf die Suche nach unseren Wassermonstern. Schnell wurde aus vorsichtigem Herantasten große Begeisterung: „Da bewegt sich ja was!“ hallte es durch den Raum, wenn ein Pantoffeltierchen oder Wasserfloh entdeckt wurde. Spielerisch wurden dabei grundlegende biologische Arbeitsweisen vermittelt – vom sauberen Präparieren bis hin zum genauen Beobachten und Beschreiben.
Was zunächst durch das MILeNa-Programm begleitet entstand, wurde schon 2023 eindrucksvoll unabhängig von diesem Programm weitergeführt: Engagierte Schülerinnen der Q1 entwickelten den Workshop eigenständig weiter – von der Materialplanung über die didaktische Struktur bis hin zur Durchführung. Sie überlegten sich gezielt, wie man komplexe Inhalte altersgerecht vermittelt: Wie erklärt man den Umgang mit einem Mikroskop so, dass Viertklässler ihn sicher anwenden können? Welche Fragen regen zum Nachdenken an, ohne zu überfordern? Wie schafft man es, dass jedes Kind ein Erfolgserlebnis hat?
Das Ergebnis war ein durchdachtes, abwechslungsreiches Programm: Einstieg über eine spannende Entdeckergeschichte, eigenständige Experimentierphasen, kleine Forscheraufträge und gemeinsame Auswertungen. Ganz nebenbei wurden dabei Kompetenzen wie genaues Beobachten, Teamarbeit und das Formulieren eigener Vermutungen gefördert.


Im Jahr 2024 zeigte sich dann, wie nachhaltig dieses Konzept wirkt. Der Biologie-Workshop wurde erneut von Yukino Farber, Leonie Kiefer und Shari Gerdes organisiert und durchgeführt – inzwischen mit großer Routine, neuen Ideen und noch mehr Feingefühl für die Bedürfnisse der jungen Teilnehmer. Gleichzeitig erweiterten erstmals Schüler der EF unter Mithilfe von Frau Lehmann das Angebot um den Mathematik-Workshop „Mathe-Akrobaten“.
Hier wurde gerechnet, geknobelt und vor allem gestaunt: Wie kann man mit wenigen Zügen ein Zahlenrätsel lösen? Warum funktionieren bestimmte „Zaubertricks“ mit Zahlen immer? Und wie lassen sich geometrische Figuren so kombinieren, dass völlig neue Muster entstehen? An verschiedenen Stationen konnten die Kinder selbst aktiv werden – mal allein, mal im Team. Besonders beliebt waren die Bewegungsaufgaben, bei denen Mathematik buchstäblich „begreifbar“ wurde. Die Planung dieser Workshops ist dabei ein anspruchsvoller Prozess, der weit über das reine Zusammenstellen von Aufgaben hinausgeht.
Dabei entstehen vollständige Lernarrangements mit klaren Lernzielen, aktivierenden Einstiegen, differenzierten Aufgabenformaten und Reflexionsphasen. Unterstützt durch Lehrkräfte entwickeln die Schülerinnen und Schüler so nicht nur fachliche, sondern auch pädagogische Kompetenzen – eine Erfahrung, die weit über den Unterricht hinaus wirkt.
Besonders erfreulich: Aufgrund der großen Nachfrage konnten im Jahr 2025 sogar zwei Mathematik-Workshops (Hannah Esser und Sebastian Kruppa, beide Q1, Christian Bouillon und Fjodor Tappe, beide EF) angeboten werden – ein deutliches Zeichen für die wachsende Begeisterung und das Engagement unserer Schülerschaft.
Für die Viertklässlerinnen und Viertklässler sind die MINT-Forschertage, und insbesondere die MINT-Schülerlabore, jedes Jahr ein echtes Highlight. Sie erleben Schule als Ort des Entdeckens, dürfen selbst experimentieren und begegnen älteren Schülerinnen und Schülern, die ihnen mit Begeisterung und auf Augenhöhe begegnen. Nicht selten hört man am Ende eines Tages Sätze wie: „So macht Lernen richtig Spaß!“ – ein größeres Kompliment kann es kaum geben.
Die MINT-Schülerlabore am Stiftischen Gymnasium Düren zeigen eindrucksvoll, wie lebendig und inspirierend Lernen sein kann, wenn Schülerinnen und Schüler Verantwortung übernehmen. Hier entstehen nicht nur spannende Workshops, sondern echte Begeisterung für die Welt der MINT-Fächer – und vielleicht schon die Forscherinnen und Forscher von morgen.
Das Programm ist offen für alle interessierten Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 10. Wenn auch du Interesse hast, ein MINT-Schülerlabor in den Herbstferien anzubieten, melde dich gerne bei Herrn Wolfram (p.wolfram@stiftisches.de).
Text und Fotos: Wol