Lesung und Gespräch mit Jürgen Nendza am Stiftischen Gymnasium

24.10.2021 | Aktuelles, Allgemein, Deutsch, Kultur, Lesungen und Vorträge

Im Rahmen der Reihe „Lesung und Gespräch“ folgte der Aachener Lyriker Jürgen Nendza am 21. September 2021 einer Einladung an das Stiftische Gymnasium Düren, wo im Laufe des Tages zwei Veranstaltungen stattfanden. Am Vormittag traf sich der Autor mit den beiden Deutsch-Leistungskursen der Jgst. Q1, die von Dr. Achim Jaeger und Matthias Lochner unterrichtet werden. Zu Beginn der Veranstaltung stellte Dr. Achim Jaeger in seiner Funktion als Moderator den Autor Dr. Jürgen Nendza und dessen Werk kurz vor. Im Anschluss las der Dichter zunächst einen Text aus der Anthologie „Der große Conrady. Das Buch deutscher Gedichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart“(2008), um dann mit Texten aus dem Gedichtzyklus „Apfel und Amsel“ und aus dem Band „Mikadogeäst“ (2015) fortzufahren.

Jürgen Nendza trug bei „Lesung und Gespräch“ eine Auswahl seiner Gedichte vor

Nach dem Vortrag erläuterte der Verfasser der Texte exemplarisch Motive oder stilistische Besonderheiten einiger Gedichte. Durch die Moderation und die grundsätzlich vorhandene Möglichkeit, jederzeit Fragen stellen zu können, entwickelte sich ein angeregtes literarisches Gespräch zwischen dem Autor und seinem jugendlichem Publikum. So „entdeckten“ die Schülerinnen und Schüler im Dialog im wahrsten Sinne des Wortes einzelne Textschichten oder Bild- und Leitmotive in den Gedichten. Die vermittelten Zusatzinformationen zur Entstehungsgeschichte der Texte erleichterten der Schülergruppe nach eigenem Bekunden den Zugang zu den vorgetragenen Texten.

Überrascht zeigten sich die Schüler etwa, als sie von Jürgen Nendza erfuhren, dass der vor seinem Fenster stehende „Ginkgobaum“ den Anstoß zum Schreiben des Gedichtes „Ginkgogrün“ (2017) gegeben hatte. Als besonders interessant empfanden sie auch die multimediale Präsentation von Kurzvideos, die an der Fachhochschule für Design in Düsseldorf entstanden und Jürgen Nendzas Gedichte artifiziell visualisieren. Dies wurde als völlig neue Erfahrung empfunden, Lyrik zu rezipieren. Im Rückblick auf das Werkstattgespräch teilten die Schülerinnen und Schüler mit, dass ihnen durch die Lesung und das Gespräch mit dem Autor die für sie häufig als schwierig beziehungsweise schwer verständliche Textwelt der Lyrik auf angenehme und produktive Weise nun zugänglicher erschiene.

Am Abend fand eine öffentliche Lesung statt, wobei diese aus schulorganisatorischen Gründen kurzfristig in die „Stifteria“ (Mensa) verlegt werden musste. Die Lesung war für die Anwesenden ein sehr intensives literarisches Erlebnis in persönlicher Atmosphäre. Vorgestellt wurden Texte aus den Bänden „Mikadogeäst“ und „Picknick“ (2017). Im Gespräch mit Moderator Dr. Achim Jaeger und dem Publikum wurden auch einige Fäden aus der Vormittagsveranstaltung aufgenommen und durch neue Aspekte und Fragestellungen ergänzt. So ergab sich für Teilnehmer beider Veranstaltungen ein abgerundeter Gesamteindruck und für diejenigen, die nur am Abend mit Jürgen Nendza und seinen Texten zusammenkommen konnten, ein reichhaltiger Einblick in Werk und Werkstatt des Aachener Lyrikers.

Insbesondere die Metamorphosen, die die Gedichte durch künstlerische Bearbeitungen erfuhren, etwa in Form der bereits erwähnten Kurzvideos, beeindruckten die Anwesenden. Erweitert wurde das Spektrum der Rezeptionsformen durch Kostproben aus der Vertonung des Gedichtzyklus „Apfel und Amsel“ durch den französischen Dirigenten, Komponisten und Musikwissenschaftler Patrick Otto. Das orchestrale Werk für Sopran, gemischten Chor, Kammerorchester und Bläserquintett hatte seine Uraufführung im Januar 2018 in Reims (F) erfahren und wurde dann im Juli 2018 auch in Aachen zur Aufführung gebracht. Als besondere Zugabe las Jürgen Nendza noch unveröffentlichte Gedichte aus einem im Entstehen begriffenen Zyklus über Bäume, der im kommenden Jahr publiziert werden wird.

Die Besucherinnen und Besucher nutzten am Ende lebhaft die Gelegenheit, noch weiter mit Jürgen Nendza über seine Texte zu sprechen und Bücher signieren zu lassen. Insgesamt können die beiden gelungenen Veranstaltungen mit Jürgen Nendza als wirkungsvoller Beitrag zur Literatur- und Leseförderung verstanden werden, die sicher bei manchem Teilnehmer die Neugierde auf weitere Lektüre wecken konnte. Dem Deutschen Literaturfonds e.V. sei für die freundliche Unterstützung beider Veranstaltungen gedankt.

Text und Foto: Dr. Achim Jaeger

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