Seit 2005 bietet die Stadtmauer-AG des Stiftischen Gymnasiums am Tag des offenen Denkmals regelmäßig Einblicke in die lokale Geschichte. Denn ein großer Teil der denkmalgeschützten historischen Stadtbefestigung Dürens liegt auf dem heutigen Schulgelände.

Am Sonntag, dem 13. September 2026, gab es passend zum Jahresmotto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ ein abwechslungsreiches Programm, das trotz regnerischen Wetters von interessierten Besuchern wahrgenommen wurde. So bestand Gelegenheit zur freien Erkundung der Stadtmauer und zum Besuch einer Ausstellung im Erdgeschoss des Schulgebäudes. Zudem boten Lena Brauers und Peer Jakob Zaudig individuelle Führungen an. Beide engagieren sich seit langer Zeit in der Stadtmauer-AG, die von Dr. Achim Jaeger und Sandra Pinhammer betreut wird.
Zu Beginn der Veranstaltungen wurde der Film „Geschichte der Dürener Stadtmauer“ vorgeführt, der in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Düren entstanden ist. Dr. Patrick Schillberg hielt im Anschluss einen bildgestützten Vortrag zum Thema: „Verborgene Geschichte vor unserer Haustür – Marcodurum und die Heidenburg“. Die Reste jenes römischen Tempels in Hoven wurden schon 1879 ausgegraben. Heute sind Ruinen nicht mehr sichtbar, doch ist die Bedeutung des Bodendenkmals unumstritten. Der Referent bot zunächst Einblicke in die Lebens- und Alltagswelt der Römer und Germanen und deren religiöse Vorstellungen. Im Anschluss erläuterte er Bauweise und Bedeutung des antiken Umgangstempels im Detail.
Am Mittag folgte ein Vortrag von Dr. Achim Jaeger mit dem Titel „Die Stadtmauer im Blick“. Dabei wurden Tätigkeiten und Projekte der Stadtmauer-AG vorgestellt, die seit mehr als 20 Jahren am Stiftischen Gymnasium besteht. Da die Schule selbst im Jahr 2026 ihr 200-jähriges Gymnasialjubiläum feiert, wurde hervorgehoben, inwiefern sie ein aktiver Teil des städtischen Lebens und zugleich auch Teil der Stadtgeschichte ist. Am Nachmittag wurde auf Wunsch der Film über die Dürener Stadtmauer nochmals vorgeführt. Eine besondere Freude war es für die Stadtmauer-AG, die Vertreterin der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Düren, Katja Saxarra, und die ehemalige Denkmalpflegerin Heike Kussinger-Stankovic als Gäste am Stift begrüßen zu können.
Text und Foto: Jg