Euregio-Literaturpreis: Buchvorstellungen in der Bücherei St. Lukas

8.03.2026 | Aktuelles, Allgemein, Deutsch, Lesungen und Vorträge

Am 22. Februar 2026 waren, einer Einladung der Leiterin Margret Hanuschkin folgend, erneut drei Schülerinnen des Stiftischen Gymnasiums zu Gast in der „Bücherei St. Lukas – Ort Josefskirche“, um jene Bücher vorzustellen, die in diesem Jahr im Rahme des Euregio-Literaturpreises nominiert sind. Im Jubiläumsjahr 2026 findet der Wettbewerb, an dem hunderte Schülerinnen und Schüler aus der deutsch-niederländisch-belgischen Grenzregion Euregio Maas-Rhein teilnehmen, in etwas modifiziertem Format statt.


Drei Titel gehen diesmal ins Rennen, zudem – außer Konkurrenz – der Roman „Schnell dein Leben“ von Sylvie Schenk, jener Autorin, die den Euregio-Schüler-Literaturpreis vor 25 Jahren initiierte und seither etablierte. Sie selbst veröffentlichte drei Gedichtbände und schreibt seit 1992 Romane und Kurzgeschichten. Bei Lesungen tritt sie mit Musikern auf, vor allem mit Heribert Leuchter. Ein solches Textkonzert fand am 5. November 2019 in der Reihe „Lesung und Gespräch“ am Stiftischen Gymnasium statt. Hierbei stellte Sylvie Schenk ihr Buch „Eine gewöhnliche Familie“ vor.

Nachdem Hannah Esser die Autorin Sylvie Schenk kurz porträtiert und Themen des vielschichtigen Romans „Schnell dein Leben“ skizziert hatte, las sie eine Passage daraus vor und stellte Besonderheiten des Textes heraus, der die zweite Person Singular als Erzählperspektive wählt. Der autobiografisch geprägte Roman erzählt die Geschichte von Louise und Johann, einer Französin und eines Deutschen. Die Beziehung des Paares entwickelt sich vor dem Hintergrund der Schrecken des Zweiten Weltkriegs und der freundschaftlichen Annäherung ihrer beiden Nationen.

Viktoria Putzman nahm danach die Autorin Elena Fischer und ihren Debütroman „Paradise Garden“ in den Blick. Der Entwicklungsroman, der mit dem Satz „Meine Mutter starb diesen Sommer.“ beginnt, schildert, wie die 14-jährige Billie nach dem Tod ihrer Mutter auf die Suche nach ihrem Vater geht, und versucht mit den Herausforderungen des Erwachsenwerdens umzugehen. Die Ambivalenz von Tragik und Komik sowie der originelle Ton des Erzählens lassen den Coming-of-Age-Roman zu einem lesenswerten Buch werden.

Für Aneke Steyer ist der Roman „Stumme Tiger“, in dem die französische Autorin Neige Sinno den sexuellen Missbrauch durch ihren Stiefvater literarisch verarbeitet, ein besonders eindrückliches Buch. Sie las den verstörenden Anfang des Buches vor und hob auch die besondere Erzählform des autofiktionalen Textes hervor, der persönliche Erfahrungen mit Dokumenten und Zeitungsberichten kombiniert.

Dr. Thomas Rubel präsentierte schließlich den Roman „Trophäe“ der belgischen Autorin Gaea Schoeters: Dieser erzählt von dem Großwildjäger Hunter White, der nach Afrika reist, um ein seltenes Nashorn zu erlegen. Doch Wilderer kommen ihm zuvor. Als Ersatz kommt es zu einer schaurigen Jagd auf Menschen. Das schonungslos unbequeme Fragen aufwerfende Buch entlarvt den „kolonialen“ Blick auf Afrika und wirkt beim Leser noch lange nach.

Einleitend und abschließend erläuterte Dr. Achim Jaeger die Konzeption des Euregio Literaturpreises und berichtete über die vielfältigen Erfahrungen, welche die seit 2008 teilnehmenden Gruppen von Schülerinnen und Schülern im Laufe der Jahre sammeln konnten. Der Blick über den Tellerrand war und ist für alle ein Gewinn. Nun darf man gespannt sein, wem die jugendlichen Leserinnen und Leser diesmal den Preis zusprechen werden.

Text: Jg
Fotos: Martin Hüser

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