Der Wandertag im zweiten Halbjahr des Schuljahres 2025/26 ging für die gesamte Stufe EF zu der Ordensburg Vogelsang im Nationalpark Eifel. Dieser Ausflug wurde von den in der EF unterrichtenden Geschichtslehrkräften Herrn Klemm, Herrn Dr. Jaeger und Frau Wilms sowie von unseren Stufenleitern Frau Tillmanns und Herrn Dr. Wiernicki-Krips geplant und begleitet. Ausgesucht wurde dieses Ziel basierend auf dem positiven Feedback der jetzigen Stufe Q1, welche im vergangenen Schuljahr ebenfalls eine Exkursion nach Vogelsang gemacht hat und als Vorschau auf die Themen der Qualifikationsphase.

Die gesamte EF traf sich morgens an der Schule, um daraufhin um 9:00 Uhr mit zwei Bussen nach Vogelsang aufzubrechen. Auf der Busfahrt wurde bereits von den begleitenden Lehrkräften der Ablauf des Tages vorgestellt und wir sollten uns schon einmal überlegen, wie wir uns in vier ungefähr gleich große Gruppen aufteilen wollen. Denn in Vogelsang angekommen, teilten wir uns sofort in besagte Gruppen auf und zwei der vier gebildeten Gruppen wurden direkt im Adlerhof begrüßt und auf die zweieinhalbstündige Führung über das Gelände mitgenommen, während die anderen beiden Gruppen Zeit hatten, sich die Ausstellung „Bestimmung: Herrenmensch. NS-Ordensburg zwischen Faszination und Verbrechen“ anzuschauen.
Die Führung war äußerst interessant, da wir viele Einblicke in den Bau der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang, wie auch in das alltägliche Leben der Junker, bekamen. Unsere Führung über das Gelände führte uns unter anderem in das Kino aus der belgischen Zeit, in der das Gelände als Truppenübungsplatz bis ins Jahr 2006 diente. Das Kino war mit über 1000 Sitzplätzen sehr beeindruckend. Auch die Akustik in diesem Raum war verblüffend und wurde uns damit demonstriert, dass unser Experte, der uns alles erklärte und nahebrachte, sich nach unten stellte, während wir alle oben in den hintersten Reihen Platz genommen hatten und er leise erklärte, dass die Wände besonders gut für die Akustik seien. Wir konnten die leisen Worte beeindruckender Weise ohne Probleme verstehen.
Weiter ging es dann zum Fackelträger, zu dem wir ebenfalls viele neue Informationen lernten. Unter anderem erklärte uns unser Experte, dass die Junker, die in Vogelsang in der kurzen aktiven Zeitperiode ausgebildet wurden, den Fackelträger nie fertig zu Gesicht bekommen haben. Außerdem erzählte er uns, dass auf der Ordensburg einige Feste und Feiertage gefeiert wurden, wie zum Beispiel der längste und kürzeste Tag des Jahres.






Wir wurden auch durch den ehemaligen Speisesaal geführt und uns wurden die Kameradschaftshäuser gezeigt. Zum Schluss der Führung besuchten wir den Wasserturm der Ordensburg Vogelsang. Hier wurde uns erklärt, dass das Hochpumpen des Wassers aus dem Tal nicht funktionierte, und der Wasserturm deswegen nicht wirklich als Wasserturm genutzt wurde. Auch wurden uns im Inneren des Turms die Löcher in der Wand gezeigt, die ehemals die Namen der 16 verstorbenen Männer trugen, welche beim Hitler-Putsch am 9. November 1923 in München starben. Anschließend bekamen wir die Möglichkeit, nach oben auf den Wasserturm zu gehen. Dafür mussten wir rund 140 Stufen erklimmen, doch es lohnte sich. Die Aussicht über den Nationalpark Eifel war atemberaubend und wir konnten eine leichte Brise dort oben genießen.
Nach der Führung der zwei Gruppen über das Gelände wechselten sich die Gruppen ab, sodass nun die verbleibenden beiden Gruppen zur Führung aufbrachen. Die Schülerinnen und Schüler aus den ersten beiden Gruppen konnten sich nun etwas zu Essen holen oder bereits eigenständig die Ausstellung betrachten. Diese Dauerausstellung war sehr interessant, und man konnte an vielen verschiedenen Stellen Tonbandaufnahmen hören, zum Beispiel von den Besuchen Hitlers in der Ordensburg. Außerdem gab es eine Audioaufnahme einer Geschichte in mehreren Sprachen. Diese Geschichte handelte von einem Bauarbeiter, der damals gesehen hat, wie viele tausend Menschen, darunter auch Frauen und Kinder und ganze Familien, nacheinander in einen Graben geführt und dort erschossen wurden. Diese Aufnahme war erschreckend, aber es ist wichtig, dass genau solche Geschichten nicht in Vergessenheit geraten, damit so etwas nie wieder passiert.
Nach dem Besuch in der Ausstellung haben sich viele Schülerinnen und Schüler mit unseren Geschichtslehrkräften darüber ausgetauscht, was sie erfahren haben. Nach einem sehr informativen Wandertag sind wir dann am Nachmittag wieder in die Busse gestiegen und zurück zur Schule gefahren. Hier war die Stimmung größtenteils bereits wieder sehr gut, viele waren jedoch auch noch in Gedanken. Alles in allem war es dennoch, oder gerade deswegen, ein sehr gutes Ziel für einen Wandertag.





Zu diesem Schluss kam auch der Geschichtskurs von Herrn Klemm in der Evaluation am Freitag nach dem Wandertag, und wir kamen zu dem Fazit, dass es auch für Schülerinnen und Schüler interessant gewesen war, die das Fach Geschichte abgewählt haben. Ein besonderer Dank geht an den Förderverein der Schule, der die Exkursion erneut großzügig finanziell unterstützt hat und den Mobilitätsfond des LVR, der die vollständigen Buskosten übernommen hat.
Text: Paula Wagner (Geschichte GK2 Jgst. EF)