Stärker durch Selbstkenntnis – Pädagogischer Tag zur Lehrergesundheit

27.02.2026 | Aktuelles, Allgemein, Veranstaltungen

Jede dritte Lehrkraft in Deutschland fühlt sich überlastet. Mehr als ein Drittel gibt an, sich mehrmals pro Woche emotional erschöpft zu fühlen – das zeigt das Deutsche Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung von 2024. Rund 30 Prozent der Lehrkräfte gelten als burnoutgefährdet, und fast jede fünfte steht unter einem erhöhten Risiko für Depression. Zahlen, die nicht nur alarmieren, sondern auch zum Handeln auffordern. Das Stiftische Gymnasium hat diesen Auftrag ernst genommen: Am 18. Februar 2026 fand für das gesamte Kollegium ein Pädagogischer Tag zum Thema Resilienz und Lehrergesundheit statt.


Ein Nachmittag in kleinen Gruppen – Konzept und Organisation

Organisiert wurde der Tag von Matthias Lochner in seiner Funktion als Koordinator der Schul- und Unterrichtsentwicklung, unterstützt von Schulsozialarbeiterin Elke Resch sowie den Lehrkräften Annika Stolzenberg und David Silbernagel. In Gruppen von jeweils höchstens 16 Personen arbeiteten Ricarda Hilgers und Sören Laga vom Träger „Resi & Lenz“ jeweils drei Stunden lang intensiv mit dem Kollegium. Die überschaubare Gruppengröße war bewusst gewählt: Persönliche Themen wie Selbstbild, Stressmuster und persönliche Ressourcen lassen sich im kleinen Rahmen offener und vertrauensvoller besprechen.

Inhalte: Von der Ressource bis zum Nein-Sagen

Im Mittelpunkt des Workshops stand die Frage, was uns persönlich trägt – und was uns zieht. Unter dem Stichwort Ressourcenmanagement lernten die Teilnehmenden, zwischen oberflächlichen Energiequellen und tieferen, nachhaltigen Ressourcen zu unterscheiden. Methoden wie das Zürcher Ressourcenmodell, Achtsamkeitspraktiken und Biografiearbeit halfen dabei, den eigenen Kraftquellen auf die Spur zu kommen. Weitere Themen waren das Verhältnis von Selbstbild und Fremdbild, der Mut zum Nein-Sagen, der Umgang mit dem eigenen sozialen Netzwerk sowie das sogenannte Entkatastrophisieren – die Kunst, Stressmuster zu erkennen und durch einen gezielten Perspektivwechsel zu entschärfen. Dem Ganzen lag ein einfacher, aber kraftvoller Merksatz zugrunde: „Ein stabiles Leben entsteht nicht durch das Vermeiden von Krisen, sondern durch die Art, wie wir ihnen begegnen.“

Resonanz und Ausblick

Die Rückmeldungen aus dem Kollegium zeigen: Das Thema ist angekommen. Viele Lehrkräfte wünschten sich ausdrücklich eine Vertiefung – ein klares Zeichen dafür, dass der Bedarf real und der Einstieg gelungen ist. Zugleich war das Kollegium in seiner Rückmeldung ehrlich: Nächste Mal wäre ein noch stärkerer Fokus auf konkrete, alltagstaugliche Strategien für den Schulbetrieb wünschenswert. Dieser konstruktive Hinweis ist beim Träger „Resi & Lenz“ gut aufgenommen worden und fließt in die Weiterentwicklung des Formats ein – auch mit Blick auf die geplante Schulung von Multiplikatoren im Jahr 2028. Der Pädagogische Tag war damit nicht nur ein Impuls für das persönliche Wohlbefinden, sondern auch ein erster Schritt hin zu einer Schule, die Lehrergesundheit als gemeinschaftliche Aufgabe versteht.

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