Stiftisches Gymnasium ist „Schule ohne Rassismus“. Festlicher Akt der Titelübergabe
Am Stift wird man sich noch lange an den 16. Mai 2022 als denkwürdiges Datum erinnern. Denn an diesem Tag wurde das Stiftische Gymnasium offiziell in das bundesweite Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ aufgenommen. Den Beitritt in das Netzwerk hatte die Schulgemeinschaft unlängst mit einem Anteil von etwa 94 % zugestimmt.

Schülerinnen und Schüler des Stiftischen Gymnasiums freuen sich gemeinsam mit Yannick Gerhardt (Mitte), Jo Ecker (2. v.r.) und Schulleiter Ulrich Meyer über die Aufnahme ins bundesweite Netzwerk.
Auf Initiative des Deutsch- und Geographielehrers Andreas Posch bildete sich an der Schule rasch eine Projektgruppe, um die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen. Das Stiftische Gymnasium setzt sich – auch als Mitglied im Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt – dafür ein, dass ein offenes Schulklima gelebt wird, in dem sich alle wohlfühlen und jede Form von Gewalt und Diskriminierung geächtet wird. Auch werden regelmäßig verschiedene Aktivitäten oder Projekte unterstützt, um Rassismus, Antisemitismus oder Fremdenfeindlichkeit entgegenzutreten.
Den Festakt am 16. Mai eröffnete Schulleiter Ulrich Meyer mit einer Begrüßung zahlreicher Gäste sowie der gesamten Schulgemeinde auf dem Schulhof, wobei er sich bei allen Anwesenden für ihr Engagement bedankte. Dann übernahmen die Schülerinnen und Schüler der Projektgruppe die Moderation und bereicherten die Veranstaltung mit musikalischen Beiträgen. Zunächst wurde eine Auswahl von Texten verlesen, die unter der Wahrung der Anonymität in einem „Kummerkasten“ gesammelt worden waren. Sie dokumentierten unterschiedlichste Formen von Diskriminierungen im Schulalltag und zeigten auf, dass Courage im Zusammenleben nötig ist, um solche Vorfälle künftig zu vermeiden.
Daraufhin entlockten im Rahmen eines Interviews zwei Schülerinnen den beiden Paten des Projekts Erinnerungen an ihre jeweilige Schulzeit am Stift. Jo Ecker, bekannt als Initiator des Projekts „Fußballvereine gegen RECHTS“ und mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, konnte manche Anekdote zum Besten geben, wobei er bemerkte, es habe in seiner Schulzeit gute und schlechte Erfahrungen gegeben. Er freute sich über das große heutige Engagement und ermunterte die Kinder und Jugendlichen: „Macht weiter so!“
Yannick Gerhardt, der als Profifußballer der 1. Bundesliga (VFL Wolfsburg) eine große Bekanntheit in der Schülerschaft besitzt, meinte im Rückblick auf seine Schulzeit, er habe am Stift eine schöne Zeit verlebt und habe immer noch Kontakt zu Ehemaligen. Er betonte die Wichtigkeit des Projekts „Schule gegen Rassismus“ und sagte, die Patenschaft habe er sehr gerne übernommen. Ein spannendes Torwandschießen, bei dem die beiden Paten gegen Vertreter der Schülerschaft antraten, konnten die beiden Fünftklässler Maya Franken (5c) und Levin Biergans (5b) erfolgreich für sich entscheiden und erhielten jeweils ein signiertes Trikot von Yannick Gerhardt.
Im Anschluss hielt Sabine Kieven als Integrationsbeauftragte und Vertreterin der Stadt Düren eine Ansprache, bei der sie das gute Miteinander der vielzähligen Nationalitäten in Düren hervorhob. Für das Land NRW sprach Anne Becker, Schulrätin für die Förderschulen im Kreis Düren, wobei sie die Bedeutung des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ betonte. Linda Kasch-Bańka rief als Vertreterin des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises Düren zu einem geleichberechtigten Miteinander im alltäglichen Leben auf und lobte das besondere Engagement der Schülerschaft.
Am Ende der Veranstaltung erhielt Schulleiter Ulrich Meyer eine Urkunde, welche die Aufnahme des Stiftischen Gymnasiums in das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ dokumentiert. Im Hauptgebäude der Schule wurde zum Abschluss noch die dazu passende Plakette angebracht. Eine Vielzahl von Schülerinnen und Schülern aus aller Herren Länder hatte nach Ende der offiziellen Veranstaltung auf dem Schulhof ausgeharrt, um ein Autogramm von Yannick Gerhardt zu ergattern oder ein Selfie mit ihm zu machen. Dieser ließ geduldig und positiv gelaunt die Träume vieler Kinder und Jugendlicher wahrwerden und signierte u. a. Bälle, Trikots, Handys und Autogrammkarten. An den 16. Mai 2022 wird man sich gerne erinnern.
Text: Dr. Achim Jaeger
Fotos: Ben Böhmer, Leon von der Weiden und Dr. Achim Jaeger