Die Heidenburg und der Vicus Marcodorum: Vortrag von Dr. Patrick Schillberg in einem Geschichtskurs

8.05.2026 | Aktuelles, Allgemein, Geschichte

Dr. Patrick Schillberg während seines Vortrags

Die Heidenburg in Mariaweiler-Hoven ist ein archäologisch sehr interessanter Ort, an dem Überreste eines römischen Tempels auszumachen sind. Obwohl bereits 1879 wieder entdeckt, ist die Heidenburg heute nicht mehr unbedingt bekannt. Dr. Patrick Schillberg befasst sich intensiv mit der Geschichte jenes gallo-römischen Umgangstempels, dessen Fundamente heute von einer Schutzbepflanzung überwachsenn sind.

Am 23. April 2026 informierte Dr. Patrick Schillberg an seiner ehemaligen Schule die Schülerinnen und Schüler eines Geschichtskurses der Jahrgangsstufe EF über das historische Bodendenkmal und seine Geschichte. Kursleiter Dr. Achim Jaeger begrüßte den Referenten, der über das Leben von Römern und Germanen im Dürener Raum berichtete und seinem Publikum zunächst Einblicke in die Lebens- und Alltagswelt während der Römerzeit vermittelte.

Wie legten die in unserer Region ansässigen Stämme ihre Siedlungen an? Auf welche Art und Weise bauten sie ihre Häuser? Wie kleideten sie sich? Welche kulturellen und religiösen Vorstellungen einten sie? Was unterschied die Römer von den sogenannten Germanen? Viele Details wurden in dem interessanten Vortrag angesprochen, wobei zunächst geklärt wurde, dass es sich bei dem Terminus „Germanen“ um einen Sammelbegriff für verschiedene Völker handelt.

Zahlreiche Illustrationen, darunter ein Luftbild, das die etwa 19 Meter langen Grundmaße der Heidenburg vor Augen führte, ließen die historischen Gegebenheiten greifbar werden. Ebenso kamen die Erzählungen der Germanen, ihre Sagen und ihre Götterwelt, die Edda oder die Nibelungen zur Sprache. Auch das von Tacitus erwähnte „Marcodurum“ war Gegenstand der Ausführungen, die sich im Wesentlichen auf die Erkenntnisse stützten, welche der Kölner Althistoriker Prof. Dr. Johannes Heinrichs 2006 in seiner grundlegenden Studie „Ein Vicus der frühen und mittleren römischen Kaiserzeit bei Düren-Mariaweiler“ darlegte.

Zahlreiche Münz- und Fibelfunde aus dem 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. , die in den 1980er Jahren auf dem zwischen Mariaweiler und Hoven gelegenen „Getzer Acker“ ans Licht traten, lassen den Schluss zu, dass sie mit dem von Tacitus erwähnte Marcodurum in Verbindung stehen. Die Ausführungen von Dr. Patrick Schillberg empfand der Geschichtskurs als spannende Bereicherung der aktuellen Unterrichtsreihe, was in einem kräftigen Applaus am Ende der Stunde zum Ausdruck kam.

Text und Foto: Dr. Achim Jaeger

Kategorien

Archiv

Termine

Alle unsere Termine finden Sie auf unserer Termine-Seite.

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner