Landtagspräsident André Kuper im Austausch mit Schülerinnen und Schülern des Stiftischen Gymnasiums

14.06.2018 | Politik, Sozialwissenschaften, Veranstaltungen

Bei seinem Besuch am Montag, den 04.06.2018, im Kreis Düren machte der Präsident des nordrheinwestfälischen Landtages, André Kuper, auch in Düren Station. Das Tagesprogramm startete in der Aula des Stiftischen Gymnasiums, wo Bürgermeister Paul Larue den Landtagspräsidenten sowie den Landtagsabgeordneten Dr. Ralf Nolten offiziell begrüßte. Ebenso dankte Schulleiter Jens Hildebrand für das Kommen der Politiker. Zu Beginn der Veranstaltung, die von den Politiklehrern Susanne Kaptain und Martin Schlöder konzeptionell vorbereitet worden war, erläuterte die Referentin Doro Dietsch die Arbeit des Landtags in einem Vortrag.

Landtagspräsident André Kuper und Landtagsabgeordneter Dr. Ralf Nolten besuchten das Stiftische Gymnasium (Foto: Volker Klinger).

Im Anschluss hatten Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, der Jahrgangsstufe 9 und der Einführungsstufe in einer offenen Frage- und Diskussionsrunde ihre Fragen zur Landespolitik einzubringen. Es entwickelte sich ein reges Gespräch. André Kuper und Dr. Ralf Nolten gingen ausführlich auf schulpolitische und wirtschaftspolitische Fragen ein und äußerten sich ebenso zu Flüchtlingspolitik, der Wahrung von Grundrechten und zur politischen Streitkultur in unserer offenen demokratischen Gesellschaft.

Ein Schüler hat dazu folgenden Bericht verfasst:

Anfang der 3. Stunde fanden sich alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 10 in der Aula zusammen, ehe nach einigen Minuten Bürgermeister Paul Larue, Landtagsabgeordneter Ralph Nolten (54, ehem. Stiftler), Schulleiter Jens Hildebrand und Landtagspräsident André Kuper mit seiner Referentin dazustießen. Zuerst begrüßten Bürgermeister Paul Laue und Herr Hildebrand die Gäste. Bevor die Fragerunde an den Präsidenten persönlich begann, informierte seine Referentin über den Landtag und seine Historie. Als dann der Präsident sprach, war der Saal noch etwas ruhiger als zuvor. Die Hochachtung und das Interesse konnte man spüren. Er fing an, indem er ein wenig über sich erzählte. Dann konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Fragen stellen.

Zuerst hob noch niemand seinen Arm, doch die direkte Ansprache „Was ist denn mit meiner ersten Reihe hier?“ zog, und ein Schüler stellte die Frage, wie er zur Politik gekommen sei. Das Eis war somit gebrochen und mehr Schüler wollten etwas wissen. Sehr viele unterschiedliche Themen kamen zur Sprache: Es ging um Elektroautos und deren Zukunft, Drogenpolitik in NRW (Legalisierung von Cannabis), das problematische Atomkraftwerk Tihange in Belgien, Flüchtlinge, Steuersenkungen und Steuerüberschuss, Antisemitismus in Deutschland, Rundfunkgebühren.

Auf die Frage, was er von der auch im Landtag NRW vertretenen AfD halte, wollte er – ganz präsidial – nicht mit einer persönlichen Meinung antworten. Als wichtige Themen im Landtag nannte Kuper G8/G9, eine Überarbeitung der Lehrpläne, Tihange, Straßenausbesserungen und Polizeischutz. Aber eine Frage, ja eher eine Anmerkung sorgte für besonders viel Aufruhr. Ein Schüler sagte dem Präsidenten: „Fast wie in einer Diktatur müssen im Unterricht die Schüler einer Person gehorchen und alles tun, was sie sagt.“ Außerdem seien Klassenarbeiten keine Wissensabfrage, sondern ein Test, wie belastbar das Kurzzeitgedächtnis ist. Weitere Kritik äußerte er daran, dass in der Schule zu spezifisch gelehrt würde. Ein anderer Schüler meinte: „In der Schule lernen wir in Chemie, was eine Wasserstoffbrückenbindung ist, aber nach unserem Abitur wissen wir nicht, was die Mehrwertsteuer ist und wie man eine Versicherung abschließt.“

Auch solche kritischen Fragen zu vermeintlich nicht vorhandenen Lebensweltbezug des Lernstoffs in der Schule beantworteten Herr Nolten und Herr Kuper gemeinsam und verwiesen auf ihre eigene Schulzeit. Man könne nie wissen, wofür man so etwas mal brauche und man dürfe sich nicht nur die Rosinen rauspicken. Außerdem zeige sich umfassende Bildung gerade darin, nicht nur die Dinge zu lernen, die man im späteren Berufsleben brauche, sondern sich Wissen in vielen Bereichen anzueignen.

Insgesamt war die Veranstaltung ausgesprochen gelungen. Landtagspräsident André Kuper konnte das Publikum durch seine ruhige, sachliche und sympathische Art für sich gewinnen. Endlich mal Demokratie zum Anfassen. Davon braucht es mehr in der Schule.

Julius Stockheim (9a)

Eintrag in das Golden Buch der Stadt

Im Anschluss seines Besuches im Stiftischen Gymnasium trug sich der Präsident des Landtages im Dürener Rathaus in das Goldene Buch der Stadt ein. Dabei betonte André Kuper noch einmal die Wichtigkeit seines Anliegens, den Dialog mit jungen Menschen zu intensivieren und sie für die Landespolitik zu interessieren. „Die Demokratie braucht engagierte Menschen! Gerade die Jugend muss motiviert sein, sich selbst einzumischen und seine Zukunft zu gestalten.“, so der Landtagspräsident. Er dankte den Organisatoren in der Schule für die Möglichkeit des Besuches. Der persönliche Kontakt sei wertvoll für alle Beteiligten, betonte André Kuper.

Eintrag in das Goldene Buch der Stadt. V.l. sitzend Paul Larue, Landtagspräsident André Kuper und Landtagsabgeordneter Dr. Ralf Nolten; stehend: Jens Hildebrand (Foto: Stadt Düren).

Auch für Schulleiter Jens Hildebrand war der persönliche Austausch zwischen Schülerinnen und Schülern und dem Landtagspräsidenten „wertvoll und ein Stück lebendige Demokratie“. Er und auch Bürgermeister Paul Larue dankten André Kuper für dessen Bereitschaft, vor Ort den Dialog zu suchen. Der Dank galt auch dem Landtagsabgeordneten Dr. Ralf Nolten, der sich sehr um das Zustandekommen des Besuches bemüht hatte und ebenfalls zu einigen Themen Stellung nahm.

Fotos: Volker Klinger

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