Wem gehört die Geschichte?

14.03.2011 | Veranstaltungen

Prof. Dr. Michael Braun über Erinnerungskultur in Literatur und Film
„Wer erinnert sich? Warum wird erinnert? Wie wird sich erinnert? Wo wird erinnert? Was heißt eigentlich Erinnerung, was Gedächtnis?“ Mit solcherlei Fragen beschäftigte sich der Vortrag, den Prof. Dr. Michael Braun (Universität zu Köln/Konrad Adenauer Stiftung) am 28. Februar am Stiftischen Gymnasium hielt. Dr. Achim Jaeger hatte den Referenten eingeladen, um Schülerinnen und Schülern des kooperativen Leistungskurses Geschichte der Jahrgangsstufe 12 Gelegenheit zu geben, gemeinsam mit dem Wissenschaftler über Erinnerungskultur und deren Bedingungen nachzudenken und zu diskutieren. In seinem jüngsten Buch widmet sich Michael Braun nämlich Formen und Möglichkeiten der Erinnerung in Literatur und Film. Der Schwerpunkt seines medial unterstützen Vortrags am Stift. lag in der Definition zentraler Begrifflichkeiten und der kritischen Analyse filmischer Sequenzen, in denen beispielsweise Mentalitäten im Deutschen Kaiserreich künstlerisch zur Darstellung gebracht werden oder die Zeit des Nationalsozialismus in modernen Spielfilmen reflektiert wird. Es entwickelte sich ein Gespräch mit den Kursteilnehmern, das Fragen der wissenschaftlichen Verantwortlichkeit bei historischen Dokumentationen und der künstlerischen Freiheit bei der fiktionalen Darstellung eines geschichtlichen Themas berührte. Als besonders erkenntnisreich empfanden die Jugendlichen, dass individuelle Erinnerung und kollektives Gedächtnis nicht immer identisch sind und Erinnerungskultur in Bild und Schrift sich in vielfältigsten Formen äußern kann.

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