Lesung und Gespräch mit Feridun Zaimoglu

21.04.2013 | Veranstaltungen

Ein Erlebnis: Feridun Zaimoglu las am 18. März aus seinen Liebesgeschichten und zog dabei das Publikum in seinen Bann. Ein Liebesbrief, die Erzählung „Fünf klopfende Herzen, wenn die Liebe springt“ aus dem Band „Zwölf Gramm Glück“ und eine Erzählung aus seinem Buch „Rom intensiv“ beeindruckten durch den unvergleichlichen Vortrag. Die  „Dürener Zeitung“ berichtete am 22. März 2013 ausführlich über die Veranstaltung im Rahmen der Reihe “Lesung und Gespräch” und hob poetologische Positionen des Autors hervor, der sich nicht als „Vollzugsorgfan der Realität“ sehe, sondern vielmehr als fabulierender Geschichtenerzähler.

Die Kritik hat Feridun Zaimoglu längst als „einen der sprachmächtigsten und wandlungsfähigsten Geschichtenerzähler der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“ erkannt. Im Jahr 2012 wurde er mit dem Preis der Literaturhäuser ausgezeichnet, der an deutschsprachige Autorinnen und Autoren verliehen wird, die sich für neuartige Konzepte der Vermittlung von Literatur engagieren. Die Jury ehrte damit einen Schriftsteller, der einen neuen Ton in die deutschsprachige Gegenwartsliteratur einbrachte, als er Mitte der 90er Jahre Bücher wie „Kanak Sprak“ (1995) und „Koppstoff. Gesammelte Misstöne vom Rande der Gesellschaft“ (1999) vorlegte. Die Romane, Erzählungen und Theaterstücke des 1964 geborenen Autors bestechen sämtlich durch kraftvolle Sprache und einen genauen Blick. Im Anschluss an eine Lesung in Köln hatte Dr. Achim Jaeger den Autor im vergangenen Jahr zu einer Lesung ans Stiftische Gymnasium eingeladen. Durch freundliche Unterstützung des Vorhabens durch den Verein der Freunde und Förderer des Stiftischen Gymnasiums und die Bürgerstiftung Düren wurde die Lesung am Stift. möglich. Im Gespräch, das sich nach dem lebendigen Vortrag mit den Zuhörern entspann, wurden auch Aspekte berührt, die etwa Sandra Kegel (FAZ) unlängst herausgestellt hatte: „Feridun Zaimoglu, der 1964 im anatolischen Bolu zur Welt kam, und der mit seinen Eltern nach Deutschland kam, hat sich die Volksmärchen ganz allein erschlossen. Und so ist das Interessante an diesem Schriftsteller, dass sich in seinem Werk nicht nur das Erbe seiner türkischen Herkunft, eben die orientalische Erzähltradition findet. Nein, mehr noch als Tausendundeine Nacht, haben ihn die Märchen der Brüder Grimm geprägt, die alten Sagen und Volkslegenden. „Das ist die Sprache, die mir die Welt anschaulich gemacht hat“, sagt Feridun Zaimolgu. Romane wie „Leyla“ (2006), „Hinterland“ (2009) oder „Ruß“ (2011) stellen dies unter Beweis. Über „Liebesbrand“, wo von einem Busunglück, das der Erzähler überlebt, und mit feiner Ironie von einer großen Liebesbeschwörung erzählt wird, urteilte Hajo Steinert in „Die Welt“: „Pure Leidenschaft. Feridun Zaimoglu ist ein deutschsprachiger Romancier, der mit diesem Buch endgültig zur Spitze gehört.“

Feridun Zaimoglu wurde bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter 2007 mit dem Grimmelshausen-Preis, 2008 mit dem Corine-Preis und 2010 mit dem Jakob- Wassermann-Literaturpreis. 2004 hatte er eine Gastprofessur an der Freien Universität Berlin inne, dann die Tübinger Poetik-Dozentur („Ferne Nähe“, 2008), 2012 kam er als vierter Heinrich- Heine-Gastdozent an die Leuphana Universität Lüneburg. Sein Stipendium der Villa Massimo (2005) und Erlebnisse seines Romaufenthalts hat Feridun Zaimoglu im Buch „Rom intensiv“ literarisch verarbeitet. Hatten seine Leser etwa Gelegenheit, den Autor durch das wenige Tage  vor der Lesung noch einmal ausgestrahlte ARTE-Filmporträt von Susan Tratz „Mein Leben– Feridun Zaimoglu“ näher kennen zu lernen, so bot sich nun am Stiftischen Gymnasium Gelegenheit, ihm bei „Lesung und Gespräch“ persönlich zu begegnen. Die Zuhörer konnten erleben wie Feridun Zaimoglu seine Texte liest und sie werden im Gedächtnis behalten, was ein Kritiker schrieb: „Was Feridun Zaimoglu vorliest, es wird nicht beschrieben, es passiert – auf der Bühne, vor den Augen des Publikums. Mit unnachahmlicher Emphase schlägt Zaimoglu den Sätzen den Takt.“ Quod erat demonstrandum! Besonderer Dank geht an die Technik- AG unter der Leitung von Timo Vaut, die für den „guten Ton“ sorgte. Den Mitarbeiterinnen der Schülerbücherei sei für die liebevolle Gestaltung des Büchertischs und sonstige Hilfe gedankt, ebenso wie sämtlichen Unterstützern der Veranstaltung.

Die für den 22. Mai geplante Lesung mit Mirjam Pressler muss leider entfallen.

 

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