Eine Jubiläumslesung im Jubiläumsjahr: Am 16. Juni 2026 hatten Krimi-Fans bereits zum zehnten Mal Gelegenheit, den Aachener Kommissar Michael Fett am Stift anzutreffen. Sein Erfinder, der Dürener Autor Olaf Müller, stellte in der Reihe „Lesung und Gespräch“ den neuesten Fall vor und hatte dazu Passagen aus seinem aktuellen Kriminalroman ausgewählt, die das Publikum in die Geschichte eintauchen ließen, ohne zu viel zu verraten. Diesmal entführte uns der Autor also in die raue Landschaft der Nordeifel.
Der Plot der Geschichte: „Ein toter Wilderer gibt den Aachener Kommissaren Fett und Conti Rätsel auf: Wurde er von einem Wolf gerissen oder zuerst ermordet? Währenddessen wächst die Zahl der aggressiven Wolfsangriffe rasant und versetzt die Region in Angst und Schrecken. Touristen bleiben aus und die Bauern verzweifeln. Woher kommen die Wölfe plötzlich? Aus den Vogesen? Dort brannte kürzlich ein Labor für Tierversuche. Als sich der französische Inlandsgeheimdienst meldet, erkennen die Kommissare die enorme Gefahr für die Eifel.“
Die Spannung stieg und nach der Lesung, die unterhaltsam war und zugleich zum Nachdenken anregte, entwickelte sich, ausgehend von einem Gespräch des Autors mit Moderator Dr. Achim Jaeger, ein Dialog mit dem Publikum. Dabei kam die Sprache nicht zuletzt auf die in der Eifel tatsächlich seit Anfang Juli 2019 wieder sesshaften Wölfe. Im grenzüberschreitenden Wolfsgebiet „Eifel – Hohes Venn“ sind mehrere Rudel heimisch und es kommt immer wieder zu Konflikten mit Haltern von Weidetieren. Die Herausforderung unserer Tage besteht darin, den Wolf als scheuen Beutegreifer wieder kennenzulernen und den respektvollen Umgang mit ihm zu erlernen. Olaf Müller erläuterte seine umfassende Recherche, die dem Schreibprozess vorausging und diesen begleitete. Mit dem Signieren seiner Bücher klang der literarische Sommerabend aus.
Text und Foto: Jg