„Das Wichtigste ist, dass man den Mund aufmacht!“

27.09.2015 | Neuigkeiten, Veranstaltungen

Valerie Flatten absolvierte ein Freiwilliges Soziales Jahr in Bolivien

Valerie Flatten 22.09.2015 HomepageEin einladend mit bolivianischer Handarbeit hergerichteter Tisch diente als Kulisse für den Vortrag der ehemaligen Schülerin Valerie Flatten (Abiturientia 2014) vor den interessierten Schülern der Jahrgangsstufe Q2 sowie Lehrern.

Die angehende Medizinstudentin berichtete anschaulich und sehr informativ, aber vor allem liebevoll über landestypische Gepflogenheiten, ihre Einsatzbereiche und von einem landschaftlich sehr reizvollen Land, das sie im Rahmen ihres Freiwilligendienstes kennengelernt und auch bereist hat.

Den Schwerpunkt der Ausführungen bildete die Vorstellung des Kinderheims Poconas für Mädchen in Sucre, in dem Valerie Flatten ihre Dienstzeit verbracht und im angeschlossenen Internat für Mädchen auch gewohnt hat. Der Einsatzort wurde durch eine langjährige Kooperation mit der Dürener Pfarre St. Anna ermöglicht.

Eindrucksvoll mit zahlreichen Fotos illustriert, wurde die Bedeutung der Arbeit mit den Mädchen, die zu einem Großteil Waisen sind, offenbar. In ärmsten und schwierigen hygienischen Verhältnissen lebend, bedeutet die Arbeit der Freiwilligen den Einheimischen sehr viel, wofür diese überaus liebevoll begleitet und in die zahlreichen Traditionen und Feste unter anderem auch den Karneval einbezogen werden.

Im Freiwilligendienst habe um 6 Uhr morgens der Wecker geklingelt berichtet Valerie Flatten. Nach dem Frühstück stünde von 8 bis 12 Uhr die Betreuung der kleinsten Kinder auf dem Programm. Am Nachmittag gäbe es die Möglichkeit, die eigene freie Zeit zu nutzen oder noch einmal von 13:30 bis 19 Uhr die größeren Mädchen der Einrichtung in ihrem Alltag zu begleiten, was gerne gesehen würde.

Bei der Betreuung einer Grundschulklasse seien beispielsweise Handarbeiten für beide Geschlechter sowie Sprach- und Bewegungsübungen oder Hausaufgaben zu beaufsichtigen gewesen. Auch die Versorgung der Kleinsten vom Wickeln über das Fläschchen geben bis zum Kuscheln und gemeinsamen Spiel war eine der Aufgaben.

Die Wochenenden seien frei gewesen, aber auch dort wäre freiwilliges Engagement mit den Kindern gewünscht und diese gemeinsame Zeit habe ihr viel Freude bereitet sowie einen intensiveren Kontakt mit den Mädchen ermöglicht. Dafür wären aber kurzfristige geplante Reisen oder Tagestouren wohlwollend unterstützt worden. Dies sei bei einem Freiwilligendienst über eine Organisation in der Regel anders, da dort zumeist 28 Urlaubstage vorgesehen seien.

Überhaupt sei die Bewerbung über die Dürener Pfarre sehr problemlos verlaufen, während bei den etablierten Organisationen Auswahlverfahren und Vorbereitungsseminare obligatorisch seien.

Abschließend betonte die junge Dürenerin, dass es sich bei Bolivien um ein Entwicklungsland mit allen damit verbundenen Besonderheiten handele. So sei das Essen mitunter problematisch und Informationen sowie eine entsprechende Vorsorge im Vorfeld der Reise unumgänglich und zwingend anzuraten. Die Wäsche werde üblicherweise mit der Hand gewaschen, da die örtlichen Waschsalons für die Einheimischen zu teuer seien und eine Integration als Freiwilliger vor Ort einfacher möglich sei, wenn man sich an die örtlichen Gepflogenheiten anpasse und selber wasche. Bei Jeans habe sie jedoch eine Ausnahme gemacht, um ihre Hände zu schonen, berichtet Valerie Flatten schmunzelnd. Läuse müssten akzeptiert und mit den bekannten Mitteln aus Deutschland bekämpft oder aber, wie vor Ort üblich, von den darin geschickten Kleinen aus den Haaren gesammelt werden. Auch die Visamodalitäten, die für sie vor Ort zu organisieren gewesen seien, würden den sprichwörtlichen „langen Atem“ verlangen, falls dies nicht über eine deutsche Organisation bereits erledigt worden sei. „Das Wichtigste ist, dass man den Mund aufmacht!“ sei eine gute Devise für eine Freiwillige in Bolivien, aber auch für das Leben danach, ergänzt Valerie Flatten.

Die Sicherheitslage des südamerikanischen Landes habe sie als nicht überaus gefährlich wahrgenommen, aber insbesondere am Abend seien Unternehmungen ohne Begleitung gefährlich und somit zu unterlassen. Auch die eigenen Wertgegenstände zum Beispiel Smartphones sollten sehr sorgsam verwahrt werden.

Positiv ins Gewicht fallen die geringen Kosten, die der Freiwilligendienst in Bolivien mit sich bringe. Valerie Flatten berichtete, dass sie mit rund 100 Euro pro Monat, großzügig kalkuliert, sehr gut zu recht gekommen sei. Ein Flug würde etwa 1000 Euro kosten.

Valerie Flatten hat ihr Freiwilligendienst nach eigener Anschauung persönlich sehr viel gebracht. Sie habe viel über sich selbst sowie das Land und die Menschen in Bolivien erfahren, ihre Spanischkenntnisse verbessert und ihren Berufswunsch Medizin mit Bezug zu Kindern noch eindeutiger herausbilden können, vor allem aber gelernt „wie gut sie es in Deutschland hat“.

Der Kontakt mit den Kindern und dem Personal vor Ort hält sie über das Internet nach wie vor und eine weitere Reise nach Bolivien könnte schon bald wieder folgen.

(Kl)

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