Exkursion zu den Hüttenwerken Krupp Mannesmann sowie zum Logport I in Duisburg

5.03.2020 | Exkursionen, Geographie

Am 29. Januar 2020 ging es für die beiden Geographie-Leistungskurse (Bt/Ska) der Jahrgangsstufe Q2 in Begleitung von Frau Kahlen und Herrn Bünten mit dem Bus nach Duisburg. Dort wurden wir zu einer Führung durch die integrierten Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) erwartet und von den Herren Clasen und Genschow, zwei bereits pensionierten Mitarbeitern der Hüttenwerke, in Empfang genommen. Die HKM sind auf die Produktion von Stahl und entsprechenden Vorprodukten für die verarbeitende Industrie spezialisiert.

Nach einem Einführungsvideo in den Prozess der Stahlherstellung und einer ausführlichen PowerPoint-Präsentation über die globale Position und Auslastung des Werkes konnten wir die Stahlherstellung live erleben. Vor der Führung musste noch jeder eine Sicherheitsausrüstung, bestehend aus einer orangefarbenen Jacke, einem Helm und einer Schutzbrille anlegen, zudem gab es Kopfhörer zum besseren Verständnis in den Hallen. Nun gingen wir zurück in den Bus, um die einzelnen Stationen auf dem weitläufigen Gelände des Hüttenwerkes schneller zu erreichen.

Der erste Stopp war der Hafen, an dem die Schubverbände der Binnenschiffe anlanden, um das Werk mit Kohle und Eisenerz, z.B. aus Brasilien, zu versorgen. Herangeschafft werden die beiden wichtigsten Rohstoffe über große Schubverbände, die aus dem Seehafen Rotterdam an den Duisburger Hafen geliefert werden. Die Kohle wird dann in der werkseigenen Kokerei zu Koks gebrannt. Weiter besichtigten wir die Gießanlagen des Werkes, in denen der erzeugte Stahl zu sogenannten Brammen, bis zu 2m breiten Quadern, und Rundstahl mit bis zu 14m Länge gegossen wird.

Zuletzt konnten wir noch einen sogenannten Abstich an einem der riesigen Konverter live miterleben. Hier landet der flüssige und über 1500 Grad Celsius heiße Stahl nach seiner Fertigung im benachbarten Hochofen. In diesem wird das Roheisen mit Schrott und anderen Bestandteilen zu Stahl verschmolzen und schließlich als fertiger, aber noch flüssiger Stahl funkensprühend aus dem Konverter in einen Transportbehälter gegossen. Im Rahmen der anorganischen Chemie können durch Zugaben hier verschiedene Stahlgüten hergestellt werden.

Das Portfolio der HKM umfasst zahlreiche Spezialstähle, die auf dem Weltmarkt nachgefragt werden. Zu dem Zeitpunkt unseres Besuches war nur einer der beiden Konverter in Betrieb, bedingt durch eine aktuell etwas verringerte Nachfrage der Abnehmer. So waren die Hüttenwerke nicht nur ein Beispiel für Schwerindustrie des sekundären Sektors in Deutschland, sondern auch eines für die Globalisierung und ihre Auswirkung auf die Industrie, die wir bereits zuvor im Unterricht erörtert hatten.

Text: Julie Dick (Q2)
Fotos: Die drei Bilder zum Stahl-Produktionsprozess stammen von HKM – diese Bildrechte liegen bei HKM. 


Nach dem Besuch im Stahlwerk der Hüttenwerke Krupp-Mannesmann, führte uns eine weitere Exkursion zum benachbarten Hafen Logport I in Duisburg durch. Dabei klärten uns am frühen Nachmittag zwei Mitarbeiterinnen des dortigen Hafens und Logistikcenters (Duisport) über die wichtigsten Abläufe im Hafen auf. Wir lernten, dass der Logport I Duisburg eine wichtige Handelsdrehscheibe von Waren aus aller Welt ist und diese dort vor Ort trimodal (per Schiff, Zug und Lkw) weitertransportiert werden können.

Ein wichtiger Faktor, der für den Standort spricht, ist die Verbindung zum Hafen von Rotterdam. Diese Strecke kann in bis zu zwölf Stunden per Schiff (rheinabwärts) zurückgelegt werden. Den wichtigsten Containerhafen für Duisburg haben wir auch in relativer Nähe zu Düren in Antwerpen an der Westerschelde in Belgien liegen. Über diesen Hafen soll der größere Teil des Containerumschlags ablaufen.

Außerdem erfuhren wir von Frau Mangel und Frau Xu, dass der Logport I weitreichende Verflechtungen besitzt, die mit der Zeit immer wieder erweitert wurden. Beispielsweise können die Waren heute China (Chongqing/ Wuhan) in 12-16 Tagen mit einem Zug auf direktem Wege vom Duisburger Hafen aus erreichen. Hierbei spielt die Container-Logistik eine bedeutende Rolle, mit einer guten Struktur wisse man immer wo sich die jeweilige Fracht gerade befinde, erklärten uns die Mitarbeiterinnen während unserer Führung. Eine Verschiffung der Container über den Seeweg dauert dagegen bis China mindestens drei Wochen. Vom Duisburger Hafen sollen sich inzwischen über 30 Züge pro Woche auf den Weg in Richtung Asien machen.

Des Weiteren lernten wir, dass der Hafen früher hauptsächlich als Industriehafen für Kohle und Erze genutzt wurde und später eine Umstrukturierung zum Containerhafen stattgefunden hat. Zuletzt berichteten uns die Mitarbeiterinnen, dass sich auch viele Firmen (z.B. Kühne & Nagel) in die Nähe des Hafens niedergelassen haben und größere Lagerhallen unterhalten. Im Logport I Duisburg befindet sich beispielsweise auch ein Lager für die Burger von McDonalds oder für das Tierfutter von Fressnapf. Allerdings wird das Hafengelände nicht nur als Lagerstandort für Waren genutzt. Es gibt auch dort ansässige Firmen, die ihre Waren vor Ort direkt weiterverarbeiten und von dort aus wieder versenden.

Der Weg der Busexkursion führte uns von den inneren Althäfen zu den neuen Hafenarealen im Stadtteil Duisburg-Rheinhausen. Dieser Stadtteil – mit dem ehemaligen Werksgelände der Stahlfirma Krupp – war übrigens auch wieder ein Bespiel für den gelungenen Strukturwandel im Ruhrgebiet. Vom sekundären Sektor hin zum tertiären Dienstleistungssektor konnten wir eine durchaus gelungene Entwicklung seit 1998 erkennen. Der Logport Duisburg ist zum Jobmotor für die Region geworden.

Alles in allem kann man die Exkursion als besonders interessant und informativ bezeichnen, da uns erst dadurch die weitreichenden Verflechtungen in aller Welt in unserer direkten räumlichen Nähe deutlich wurden. Auf beiden Exkursionsteilen wurden wir von den Mitarbeitern auch auf die guten Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten in den entsprechenden Berufsfeldern hingewiesen.

Text: Jan Schneider & Thilo Elfers (Q2)
Fotos: Bt

Kategorien

Archiv

Bevorstehende Termine

  1. Potenzialanalyse der Jahrgangsstufe 8

    24. November - 27. November
  2. Elternsprechtag

    26. November | 15:00 - 19:00
  3. Halbjahresende Q2.1, Bekanntgabe Noten für sonstige Mitarbeit

    22. Dezember
  4. Weihnachtsferien

    23. Dezember 2020 - 6. Januar 2021
  5. 1. Tag Q2.2

    7. Januar 2021
  6. Endgültige Festlegung des Themas der Facharbeit Q1

    14. Januar 2021 - 15. Januar 2021
  7. Ausgabe Schullaufbahnbescheinigungen Q2.1

    15. Januar 2021
  8. Zeugniskonferenzen 5-Q1 (unterrichtsfrei)

    25. Januar 2021
  9. Berufsfelderkundungstag für die Jahrgangsstufe 8

    25. Januar 2021
  10. Schulwettbewerb Jugend debattiert

    26. Januar 2021 | 13:30 - 17:00