Kalligraphie-Workshop mit dem Dürener Künstler Rolf Lock am Stiftischen Gymnasium

19.05.2015 | Neuigkeiten

Im Vorfeld des diesjährigen Annamarktes hatte eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern des Stiftischen Gymnasiums am 7. Mai 2015 Gelegenheit, an einem Kalligraphie-Workshop mit dem Dürener Künstler Rolf Lock teilzunehmen.
Da am 20. Juni 2015 in der Nähe der Annakirche ein Skriptorium eingerichtet werden soll, in dem unter anderem gezeigt wird und gelernt werden kann, wie noch im 16. Jahrhundert mit der Feder geschrieben wurde, bestand lebendiges Interesse daran, in die Kunst des schönen Schreibens eingeführt zu werden. Außer den Teilnehmern der Stadtmauer AG nutzten interessierte Schüler der Klassen 8a und 8d die Chance, kompetent in die Welt der kunstvollen Schrift eingeführt zu werden. Der Kalligraf und Maler Rolf Lock, der von Dr. Achim Jaeger eingeladen worden war, machte die Schüler zunächst mit der Unziale bekannt. Dies ist eine wahrscheinlich im 4. Jahrhundert entstandene Majuskelschrift, deren Großbuchstaben mit einer Feder auf Pergament geschrieben wurden. In dieser Unizialschrift sind bis heute wertvolle (früh-) mittelalterliche Handschriften erhalten.
Damit ein Buchstabe seine vollkommene Wirkung erzielt, muss der Schreiber genau darauf achten, die Proportionen genau zu wahren und die Feder immer wieder so anzusetzen, dass spezielle Effekte zur Geltung kommen. Eben diese Kunstfertigkeit des „Federführens“ erlernten die Teilnehmer des spannenden Workshops, den die AG Dürener Historienfeste e.V. freundlich unterstützte. Bei den aktiven Schreibübungen halfen auch knappe lateinische Merkverse, die möglichst viele unterschiedliche Buchstaben beinhalten. Wie früher die Schreiber in den mittelalterlichen Schreibwerkstätten, hatten sich auch die heutigen Schüler bei der Arbeit zu konzentrieren. Aber auch viel Kreativität war gefragt, etwa, wenn schwungvolle Buchstaben in bunten Wasserfarben mit Pappstreifen aufs Papier gezaubert wurden.
Den jungen Kalligraphie-Schülern hat der Workshop viel Spaß gemacht. Während des historischen Annamarktes wird nun für Interessierte die Möglichkeit bestehen, selbst einmal auszuprobieren, wie die (Stahl-)Feder in der Hand liegt. Die inzwischen kundigen Schülerinnen und Schüler werden dabei das von dem renommierten Künstler Rolf Lock vermittelte Wissen an andere weitergeben.

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