Eine herausragende Deutschstunde: Oberstufenschüler besuchten eine Lesung der Nobelpreisträgerin Herta Müller in Bonn

24.11.2015 | Neuigkeiten

Für fast fünfzig Oberstufenschüler des Stiftischen Gymnasiums war es ein ganz besonderer Abend: Im Bonner Wasserwerk, von 1986 bis 1992 als Plenarsaal des Deutschen Bundestages genutzt, las die aus Rumänien stammende deutsche Nobelpreisträgerin Herta Müller am 12. November 2015 Passagen aus ihren Texten „Mein Vaterland war ein Apfelkern“ und „Atemschaukel“. Zwei komplette Deutsch-Leistungskurse und viele weitere interessierte Schüler aus Leistungs- und Grundkursen der Oberstufe machten sich mit ihren Fachlehrern Anne Schiffer und Dr. Achim Jaeger auf den Weg nach Bonn, wo die Schriftstellerin über ihre Kindheit in einem Dorf im rumänischen Banat sprach. Die Poesie der Sprache, der Stellenwert der Kunst, die Schwierigkeiten des Lebens und Schreibens in einer Diktatur, die Verfolgung durch den rumänischen Geheimdienst Securitate und die gar nicht so leichte Übersiedlung nach Deutschlandwaren weitere Themen, denen sich die renommierte Autorin widmete.
Der literarische Abend mit Herta Müller stand unter dem Motto „Freiheit Macht Kunst“. Zu Beginn der Veranstaltung, die von der Konrad-Adenauer-Stiftung und der „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“ ausgerichtet wurde und zu der Prof. Dr. Michael Braun die Schüler eingeladen hatte, begrüßte der Präsident des Europäischen Parlamentes a.D. und Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung, Dr. Hans-Gert Pöttering, die Anwesenden und führte in Leben und Werk der vielfach ausgezeichneten Schriftstellerin ein. Die anwesenden Schülergruppen aus Bonn, Köln und Düren hob er in seiner Rede besonders hervor.
Theo Mönch-Tegeder stellte dann in seiner Ansprache besonders die Bedeutung des Feuilletons heraus, durch dessen Lektüre eigenständiges Denken gefördert werde. Im sich anschließenden Dialog zwischen Herta Müller und der Literaturkritikerin Insa Wilke wurden zunächst die Begriffe „Kunst“, „Macht“ und Freiheit“ kritisch reflektiert. Mit Blick auf die aktuelle Flüchtlingsdiskussion bezeichnete sie die Pegida-Bewegung als ostdeutsches Phänomen, das „mit der fehlenden Aufarbeitung der deutschen Diktaturen“ zusammenhänge. Die DDR habe „noch teuflischer“ agieren müssen als andere osteuropäische Diktaturen, weil sie direkt an den Westen grenzte. Im Dialog wurden biografische Hintergründe ausgeleuchtet und sprachliche Details ergründet, wodurch die ausgewählten Texte der Lesung in einen Kontext gestellt wurden, was die jugendlichen Zuhörer sehr begrüßten. Sie zeigten sich beeindruckt und waren insbesondere sehr berührt von der Sprache der „Atemschaukel“, jenem Buch, in dem Herta Müller das Schicksal des mit ihr eng befreundeten Dichters Oskar Pastior verarbeitet.

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