„Europa entdecken“ – Ein Erfahrungsbericht zum Seminar der Konrad-Adenauer-Stiftung

In den diesjährigen Sommerferien nahm ich an einem einwöchigen Seminar der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) zum Thema „Europa entdecken“ teil.

Am Anreisetag hörten wir beispielsweise mehrere Vorträge von (ehemaligen) Studenten, wie junge Menschen sich aktiv an Europa beteiligen können. Dies war äußerst interessant, da die Referenten auch auf eigene Initiativen, Projekte und Erlebnisse eingingen.

Der folgende Tag erwies sich als etwas theorielastiger. Wir wurden in Geschichte, Politik, Ziele, Kompetenzen und Arbeitswesen der Europapolitik eingeführt, um die unterschiedlichen Vorkenntnisse aller Teilnehmer anzugleichen und uns für das Planspiel am kommenden Tag vorzubereiten. Des Weiteren setzten wir uns mit der Fragestellung, wie der europäische Binnenmarkt funktioniert, sowie der zu dieser Zeit stark in Brüssel thematisierten Problematik der Datensicherung auseinander.

Am dritten Tag stand das Planspiel „Magnet Europa“ zur europäischen Migrationspolitik mit Schwerpunkt des ebenfalls hoch aktuellen wie heiß diskutierten Themas der Flüchtlings- und Asylpolitik auf dem Programm. Bei allen Teilnehmern stieß dies auf besonders reges Interesse und Einsatzbereitschaft, da wir –je nach Position- einmal selbst in die Rolle eines Mitgliedes des Europäischen Rates, der Kommission oder des Parlamentes schlüpfen konnten und am eigenen Leib erfuhren, wie schwierig es sein kann, einen Gesetzestext zu formulieren, der auf allgemeinen Konsens stößt und gleichzeitig mit allen Richtlinien und Normen sowie bereits bestehenden Gesetzen in Einklang zu bringen ist. Unterstützung und Hilfe bei aufkommenden Fragen fanden wir dabei immer bei uns zur Seite stehenden Mentoren, die selbst beruflich auf dieser Ebene tätig sind oder auf dem Gebiet forschen.

Am fünften Tag widmeten wir uns hauptsächlich finanz-, währungs- und wirtschaftspolitischen Themen, welche uns von einem Professor der Volkswirtschaftslehre nähergebracht wurden. Ferner war die europäische Handelspolitik mit dem Thema des europäisch-amerikanischen Freihandelsabkommens TTIP Schwerpunkt. Darüber hinaus hörten wir eine Vorlesung eines Lehrstuhlbeauftragten für internationale Politik und Außenpolitik über das internationale Engagement der EU.

Am folgenden Tag unternahmen wir wieder eine interessante wie lehrreiche Exkursion; diesmal in die Euregio Rhein-Maas. Am Morgen besuchten wir die Industrie- und Handelskammer Aachen, wo wir lernten, wie konkret die grenzüberschreitende wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Region funktioniert. Danach hörten wir eine Vorlesung in der RWTH Aachen, in der wir am Beispiel der Galileo-Positionierung und -Fahrzeugkommunikation grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Automobilindustrie kennenlernten. Dazu gehörten auch ein Besuch sowie eine Testfahrt auf einer der größten unabhängigen Autoteststrecken der Welt, die ebenfalls einen Höhepunkt darstellte. Am Nachmittag begaben wir uns ins Kabinett von Eupen, wo wir mit einem der Kabinettsmitglieder erarbeiteten, was „Europa“ für die deutschsprachige Gemeinde in Belgien bedeutet. Abschluss fand der Tag in einer Führung durch den Aachener Dom, bei der wir viel über den Dom, die Stadt und die Residenz Karls des Großen – des Pater Europae – in Erfahrung bringen konnten.

Das Programm des letzten Tages bestand abschließend darin, das Gelernte und zum Teil sogar selbst Angewandte zu reflektieren. Außerdem erhielten wir wichtige Informationen darüber, wie wir auch in Zukunft weiterhin am Programm der KAS teilhaben und von diesem profitieren können.

Für die Möglichkeit an dieser erlebnis- wie lehrreichen Woche teilzuhaben, möchte ich mich nicht nur bei der KAS, sondern gleichermaßen beim Stift bedanken. Ich würde die Seminare der KAS jedem interessierten Schüler, der bereit ist, sich über die Schule hinaus mit aktuellen politischen Fragen und Problemen auseinanderzusetzen, in höchstem Maße weiterempfehlen.

Von Jutta Kurth(Q2)