Erfahrungsbericht Schülerakademie Hilden 2014

Allgemeines

Bei den deutschen Schülerakademien handelt es sich um ein bundesweites Projekt von Bildung & Begabung gGmbH, welches sich der Förderung begabter SchülerInnen widmet. Dazu werden Kurse angeboten, deren Thematik weit über den Schulstoff hinausgehen, wie etwa Quantenmechanik oder Kryptographie. Jährlich erlangen etwa 1500 SchülerInnen das Privileg an den deutschen Schülerakademien teilzunehmen und das sogar weltweit. Daher gibt es verschiedene Standorte, um all diese SchülerInnen unterzubringen, aktuell sind es 12.

Von der Akademie

Mit großer Freude hatte ich den Tag meiner Abfahrt, den 10. Juli 2014, erwartet und war doch mit leicht mulmigen Gefühl losgefahren. Es ging zur Schülerakademie in Hilden, um etwas über Quantenmechanik zu lernen.

„Die Personen dort sind mir ausnahmslos unbekannt, auch Tanja, eine andere Teilnehmerin aus dem Kreis Düren kenne ich nicht. Was ist, wenn ich in der Gemeinschaft nicht akzeptiert werde? Was ist, wenn der Kursinhalt viel zu schwer für mich ist, aber alle anderen es verstehen?“, so dachte ich vor meiner Abfahrt, obwohl ich bereits Erfahrungen aus den deutschen JuniorAkademien hatte und mir dies deshalb nicht völlig unbekannt war.

Zusammen mit Tanja fuhr ich los. Trotz einer Autobahnvollsperrung schafften wir es relativ schnell zum Evangelischen Schulzentrum Hilden, ein Internat, in dem die Akademie stattfand. Wir beide luden unsere Koffer aus, holten unserer Schlüssel, unsere Wege trennten sich zunächst, da wir logischerweise nicht auf dem selben Zimmer lebten. Mühsam schleppte ich meine Koffer über das gesamte Internatsgelände zu meinem Zimmer. Es war ein Einzelzimmer, ich bezog es eilig und erkundete dann kurz das Gelände. Nach einiger Zeit ging ich in die Mensa, einige Leute saßen auf zwei Tischen verteilt, es gab KaMiTe (Abkürzung für Kaffe/Milch/Tee). Ich fasste mir ein Herz und setzte mich, eher wahllos an einen Platz neben die anderen, stellte mich vor und verbrachte den Nachmittag mit ihnen. Am Abend fand das erste Plenum statt, und dort wurde uns durch eine außergewöhnliche Entertainmentshow der AKLs (Abkürzung für Akademie-/Kursleiter) klar, dass wir eine unvergessliche Zeit verbringen würden.

Die AKLs stellten klar, dass hier nicht nur „Nerds“ seien und räumten andere Anfangsängste aus. Danach ging es in unsere erste Kursstunde, die im Wesentlichen aus Kennenlernspielen bestand und so die Kursgemeinschaft aufbaute. Der Kurs Quantenmechanik war zugegeben wohl einer der „nerdigeren“ Kurse auf der Schülerakademie, dennoch würde ich fast keinen dort als reinen Nerd bezeichnen, denn wir hatten alle sehr viel Spaß gemeinsam.

Nach ein oder zwei Tagen Eingewöhnungsphase in der Akademie ging es schon richtig los, die Wiederholungen im Kurs (um alle auf einen Stand zu bringen) waren abgeschlossen, auch die anfängliche Schüchternheit aller Teilnehmer war aufgehoben. Ich persönlich habe viele neue Freunde gefunden, für die ich wirklich dankbar bin.

Der normale Tagesplan sah wie folgt aus:

06:50 Frühsport

07:30 Frühstück

08:30 Plenum

09:00 Kursschiene 1

10:30 KaMiTe

10:45 Kursschiene 2

12:15 Mittag

Nachmittagsprogramm: KüA (Kursübergreifende Angebote)

16:00 KaMiTe

16:30 Kursschiene 3

18:45 Abendessen

Abendprogramm: KüA, Aktivitäten, Freizeit

Bei den sogenannten KüAs handelt es sich um Angebote von den Teilnehmern. Man hat de Facto einen Leiter, welcher eine Aktivitäten organisiert und durchführt. Solche Aktivitäten waren beispielsweise: Arabisch (lernen), Wasserschlacht, Improvisationstheater, JumpStyle, Chor, Fußball und natürlich „Ruhe genießen mit Jörn“ (faul in der Sonne liegen).

Mir persönlich ganz stark in Erinnerung geblieben sind:

  • Brasilianischer Abend: Eine Party um das WM-Spiel Brasilien-Niederlande
  • WM-Finale: Wir haben den Pokal gefeiert, haben am nächsten Tag aber nicht mehr darüber gesprochen
  • Das Volleyball- und Cheerleadingturnier: Alle Kurse gegeneinander, auch die AKLs haben ein Team gebildet
  • Verschiedene Tanzabende
  • Unendliche Müdigkeit von langen geselligen Abenden
  • Die Kursarbeit
  • Die Abschlussparty

Am Ende der Akademie war die Trauer groß. Allen war klar, dass die letzten sechzehn Tage auf diese Art und Weise, mit all den beteiligten Personen niemals wieder zurückkehren würde. Einzig und allein tröstet die Tatsache, ein Nachtreffen in naher Zukunft zu veranstalten und Mitglied des CdEs (Club der Ehemaligen) geworden zu sein.

Mein Fazit

Um an dieser Stelle ein Fazit zu ziehen: Ich bin kaum in der Lage alle gemachten Erfahrungen, noch das unendliche Gefühl der Freude, den Spaß, das Glücklichsein über diesen Text zu vermitteln. Ich habe in den sechzehn Tagen viel erlebt, viel gelacht und eine wirklich unglaubliche Zeit mit tollen Menschen verbracht, wovon ich einige Freunde nennen kann. Ich kann jedem, der die Chance hat, an einer deutschen Schülerakademie (oder JuniorAkademie) teilzunehmen, wärmstens ans Herz legen, diese Chance wahrzunehmen – und sich auch auf einige Dinge dort einzulassen. Es lohnt sich. Wirklich!

Lars Roß (Q1)