Studienfahrt der Lks Biologie und Geschichte an den Gardasee 2012

Handtuch, Badehose, Zahnbürste – hoffentlich ist alles eingepackt?

Der typische Stress vor einer Reise, nur handelt es sich hierbei nicht um irgendeine Reise, sondern um die Abschlussfahrt des Geschichte und Biologie Leistungskurses gen Gardasee. Kurz gesagt um unsere Reise!

Nach acht gemeinsamen Jahren neigt sich nämlich so langsam auch die Zeit, welche wohl der bisher bedeutendste Abschnitt unseres Lebens ist, dem Ende zu. Nach vielen Wochen und Monaten der Planung durch die Fachlehrer Frau Becker und Herrn Klemm war es endlich so weit; unter den besten Bedingungen traf man sich mit den gepackten Koffern vor der Schule und steuerte voller Elan in Richtung Italien. Zuvor standen jedoch noch einige Zwischenstationen auf dem Programm, welche ein biologisches Museum sein sollte, was sich mit der Entwicklung von Tieren ausgehend von der Urzeit befasste. Mehr muss man prinzipiell aber auch nicht dazu sagen, da es nun wirklich in allen Belangen ein doch eher trüber und enttäuschender Besuch war. Dies sollte uns natürlich nicht die Vorfreude nehmen, denn nach ein paar wenigen Stunden erreichte man daraufhin die Unterkunft für eine Nacht in Ulm. Schnell wurden die Betten der Jugendherberge bezogen, viel mehr sollte man von der Jugendherberge aber auch nicht mehr sehen, da man die letzte Nacht mit deutschem Boden unter den Füßen dafür nutzte, sich die Ulmer Innenstadt mit ihrem Prachtstück, dem Ulmer Münster, einmal genauer anzuschauen. Gleich mehrere Leute hatten das Glück, ihren Geburtstag gemeinsam mit ihren Mitschülern zu verbringen, so auch an diesem Abend, weshalb man ihn auch dazu nutzte, den Abend in Anbetracht der Geburtstagskinder fröhlich ausklingen zu lassen. Nach ein paar wenigen Stunden Schlaf fand man sich dann auch schon im Bus Richtung Italien wieder. Nun gab es nur noch ein Ziel – der Gardasee!

Gruppenfoto vor der Scaligerburg in Sirmione

 

Nachdem so gut wie jeder die Gelegenheit nutzte, im Bus Einiges an Schlaf nachzuholen, kam man an einem Campingplatz an, der wohl die kühnsten Träume einer netten Anlage übertraf. Gleich mehrere Sportplätze, Swimmingpools und eine interne Disko sollten uns die Möglichkeit geben, die Abende gemeinsam, einer Abschlussklasse würdig, zu gestalten. Ebenso fanden die Bungalows und das Essen Anklang. Da dieser Bericht weiterhin dem objektiven Betrachter den Eindruck verschaffen soll, dass der Schwerpunkt dieser Fahrt auf dem festgelegten Programm der Studienfahrt lag und nicht auf der Abendgestaltung der Gruppe, bleiben die Abende, auch zum Wohle mancher, unkommentiert. Komischerweise machte sich am nächsten Morgen eine Art Magendarmvirus breit, der sich über den ganzen Zeitraum der Fahrt hindurch als intensiver Teilnehmer unserer Gruppe zeigte, fraglich nur, ob der auch bei jedem wirklich als Magendarmvirus zu bewerten war. Nach dem eher biologischen Schwerpunkt im Museum in Ulm, lag der Schwerpunkt nun eher auf dem geschichtlichen Teil, so besuchte man als stets motiviertes Fußvolk den nahe gelegenen Ort Sirmione. Ein wahrlich schöner und idyllischer Ort mit seiner Burg, welche durch historische Einzigartigkeit glänzte. Ebenso machte sich der Fußmarsch bereits dadurch bezahlt, eine einzigartige Aussicht über den Gardasee genießen zu können. Der Nachmittag konnte dann dazu genutzt werden, um die sportlichen Möglichkeiten der Anlage in Anspruch zu nehmen oder wie manch Einer bei werdender Dunkelheit die Möglichkeit beim Schopfe packte und seine Tanzkünste zeigte. Nach acht Jahren merkt man gut, wie die Leute sich gegenseitig ans Herz gewachsen sind und wo findet man mehr Zuneigung und Liebe als in Verona? – bestimmt nirgends!

Gruppenfoto in der Arena di Verona

 

In der Stadt von Romeo und Julia hatten wir großes Glück mit unserem Stadtführer, der seine Aufgabe wirklich gut machte und uns die vielen Facetten dieser einzigartigen Stadt näher brachte, denn neben dem Balkon der Julia hatte Verona noch Einiges mehr zu bieten. Ein riesiges Theater und ebenso ein Marktplatz, der die typischen Merkmale des italienischen Baustils widerspiegelte, waren Teil dieser beeindruckenden Stadt.

Da es sich bei Italien um das Land handelt, welches den katholischen Glauben in seiner Vielfalt der Kathedralen am besten widerspiegelt, war es wohl kaum verwunderlich, am nächsten Tag gleich mehrere von diesen in Mantua begutachten zu dürfen. Eine Stadt, die die Gemütlichkeit und Ruhe, sowie die Liebe zum Detail in Sachen Architektur durchaus gut widerspiegelt. Dass hierbei noch Platz für die Abwechslung durch die Natur bleibt, wurde uns nachher durch eine kleine, aber durchaus feine Bootstour bewiesen. 

Bootsfahrt durch das Naturschutzgebiet in der Nähe von Mantua

 

Venedig sollte jedoch das Ziel sein, worauf wir uns am meisten gefreut hatten; viel hatte man schon über diese einzigartige Stadt gehört, selbst in Kinderbüchern war sie bereits der Dreh- und Angelpunkt, weshalb die Vorfreude natürlich enorm war. Dass Venedig außer dem Aspekt, eine Stadt komplett auf Wasser zu sein und dem sagenumworbenen Markusplatz, noch mehr zu bieten hatte, wurde uns durch eine durchaus interessante Führung näher gebracht. Das Prinzip der Überschwemmung durften wir dann selbst miterleben, als wir bis zu den Füßen im Wasser standen, da das Wasser durch den Regenguss über das Ufer getreten war. Während wir in Venedig noch durch den Regen nass wurden, konnten wir am heimischen Campingplatz erstmalig die Poolanlage ‚attackieren‘.

Der letzte komplette Tag am Gardasee sollte dann etwas ruhiger gestaltet werden; so fuhr man zu einem Olivenmuseum und einem nahe gelegenen Markt, was beides durchaus ansehnlich war. Der Rest des Tages sollte daraufhin unser sein, einzig das Kofferpacken mussten wir noch hinter uns bringen, bis man die Woche gemeinsam ausklingen ließ, so dass man dann doch leicht übermüdet am nächsten Morgen Richtung Heimat fuhr .

Abschließend kommt man dann doch nicht um die Abende drum herum, denn auch die, beziehungsweise gerade die, waren es, die uns noch einmal die Möglichkeit gegeben haben, die letzten Jahre Revue passieren zu lassen. Ebenso waren unsere Abende durch viele schöne Geburtstage geprägt, wo man an der Stelle sagen muss, dass man es geschafft hat, jedem diesen doch so fern ab der Heimat schön zu gestalten.

Allein aus diesen Gründen sollte sich jeder selbst danken dafür, dass diese Studien- oder viel mehr Abschlussfahrt eine durchaus gelungene war, weil er seinen Teil dazu beigetragen hat. An dieser Stelle dürfen wir nur eins nicht vergessen, dass dies Alles so nicht möglich gewesen wäre, ohne unsere Fachlehrer Frau Becker und Herrn Klemm, sowie die Lehrer, die uns auf unserer Fahrt begleiteten, welche in diesem Falle Frau Floßdorf und Herr Meyer waren.

Christoph Nießen, Leistungskurs Geschichte am 29.10.2012