Die verkaufte Braut

Insgesamt vierzig Schüler arbeiteten seit Herbst 2007 an diesem Projekt: Texte wurden geschrieben, die Arbeiten verteilt, die Aufführung geplant. Im Februar, nach Karneval ging es los: In unabhängigen Proben bereitetet jede Gruppe ihren Auftritt vor – um dann eine Woche vor der Premiere im Haus der Stadt das erste Mal mit allen Mitwirkenden zusammenzutreffen und ihren Part vorzustellen.
Unterstützung holte sich die Tänzer und die Schauspieler unter den Schülern bei den Profis. So übten zehn Schülerinnen unter Anleitung der Ballettlehrerin Gisela Neumann-Wibbeke zwei böhmische Volkstänze und eine Zirkusszene ein.
Die Schüler, die die von Opernsängern repräsentierten Figuren doubelten (Texte Astrid Michels), erhielten Schauspielunterricht von der Schauspielerin Ulrike Schwab.(ehemals Bühnen der Stadt Köln) und bekamen so manchen wichtigen Rat.
Alle anderen Aufgaben leisteten die Schüler eigenständig. Fünf Schüler musizierten bei der Zirkusnummer im dritten Akt als Bühnenmusiker, die bewährten Techniker unter den Schülern sorgten für die professionelle Beleuchtung der verschiedenen Szenen, ein originelles Programmheft (mit Exklusivinterview mit F. Smetana!) entworfen – federführend hier Jens Kothe. Der Künstler Frank Pliestermann entwarf das Plakat für die Aufführung, das Motive und Figuren der Oper spielerisch variiert.

Die Aufführung

Kongenial agierten die Schüler mit den Sängern, die sie doubelten. Sie setzten den hochkarätigen Sängern schauspielerisch eine Figur gegenüber, die der Rolle entsprach, aber auch genügend Eigengewicht besaß. Einige gaben den Figuren sogar ihre ganz eigene Note. So gab Christian Ehser der stimmlichen wie schauspielerischen Ausstrahlungskraft von Thomas Bonni als Heiratsvermittler Kezal sein Talent als Komiker hinzu. Die Rolle Kezals spielte er mit Dürener Lokalkolorit und brachte das Publikum das erste Mal zum Lachen. Die Freude hielt an, als Wenzel auftrat. Der Sänger (Axel Thoennes), eher klein von Wuchs, aber mit Schalk in den Augen, sang sich mit seiner Stotterrolle in die Herzen der Zuschauer. Sein Double Maximilian Willkomm war doppelt so lang, aber wurde so überzeugend gespielt, dass er zum Wenzelchen wurde, das man liebgewinnen musste. Die schöne Esmeralda (Maria Kokott) verdrehte ihm den Kopf mit ihrem stolzen und grazilen Tanz. Anna Immes als Marie zog alle Register, war traurig, schnippisch, selbstbewusst und erhielt am Ende, was sie wollte: ihren Hans (Alexander Willkomm) – und den gehörigen Applaus, mit dem die Zuschauer ihr und allen anderen Akteuren auf und hinter der Bühne für einen gelungenen Abend dankten.
Das Orchester und der Chor der Capella Villa Duria unter der Leitung von Gregor Bühl, große Opernsänger aus den verschiedensten Opernhäusern, dazu die Schüler des Stiftischen Gymnasium – das war ein beeindruckendes Projekt.
Der Kopf hinter den vielfältigen Aufgaben des schulischen Teils dieses Gesamtkunstwerkes? Die Musiklehrerin Astrid Michels. Auch ihr galt der Beifall, ihrer Energie und ihrem Können. Ihr sei an dieser Stelle für ihren großen Einsatz gedankt.