Stiftler entdecken „Heimat“ mit Erfolgsregisseur Volker Schlöndorff

Ist die Heimat noch zu retten?

„Ist die Heimat noch zu retten?“ – Unter dieser Fragestellung fand am Donnerstag, dem 26. April 2012, im LVR-Landesmusem in Bonn eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Literatur und Verantwortung“ statt, zu welcher die Konrad-Adenauer-Stiftung und „Christ & Welt“ in der „Zeit“ eingeladen hatten. Oberstufenschüler und Lehrer des Stiftischen Gymnasium Düren nahmen an der Lesung teil und nahmen beeindruckt Gedanken über die eigene Heimat mit, wie Benedikt Werth berichtet:

Die fast zweieinhalbstündige Soiree behandelte den Begriff „Heimat“ unter verschiedensten Gesichtspunkten und auf verschiedenen Ebenen, sowohl regional als auch international. Eröffnet durch den Vorsitzenden der Konrad-Adenauer-Stiftung Dr. Hans-Gert Pöttering wurde dem Publikum im Bonner Landesmuseum die sprachliche Definition des vielseitigen Begriffes Heimat näher gebracht, wobei vor allem Bedeutungsverschiebungen durch historische Ereignisse hervorgehoben wurden.

Als Höhepunkt der Veranstaltung gestaltete sich der Vortrag des mit dem Oscar prämierten ­international renommierten Regisseurs Volker Schlöndorff. Dieser erzählte sehr persönlich von seinen Vorstellungen von und Erfahrungen mit „Heimat“, die mitunter auch in seiner Autobiografie nachzulesen sind. Als ein für ihn sehr prägendes Ereignis stellte er in diesem Zusammenhang einen mit dramatischen  Verlusterfahrungen verbundenen Ortswechsel dar, den er als Kind während des Zweiten Weltkrieges erlebte.

Beeindruckend gestaltete sich der Vortrag über Schlöndorffs Heimatfilm „Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kombach“ von 1971, denn der Autor kommentierte Filmausschnitte und erläuterte die Geschichte des Drehbuchs ebenso wie künstlerische Gestaltungsmittel und literarische Anspielungen des Films.

 

Als zweiten Gast des Abends bat die Moderation und Redaktionsleiterin von „Christ & Welt“ in der „Zeit“, Dr. Christiane Florin den Schauspieler Jörg Hartmann auf die Bühne, der der ab Herbst 2012 in der ARD als Tatort-Kommissar ermitteln wird. Auch dieser sprach zuerst privat über Heimat und rezitierte anschließend literarische Texte zum Thema, wobei Autoren wie Heinrich Heine, Hermann Hesse, Christian Morgenstern, Heinrich Böll oder Frank Goosen Berücksichtigung fanden. Auch hier wurde die Vielseitigkeit aber auch Einzigartigkeit von Heimat deutlich.

Musikalisch begleitet und abgerundet wurde die Soiree von der Gesangsgruppe „Adenauers Vokalkabinett“, welche mit traditionellen Liedern die Heimat besangen.

Als allgemeines Fazit des Abends trat wohl die von Volker Schlöndorff getroffene und durch Jörg Hartmann bestätigte Aussage hervor, dass sich der Begriff Heimat im Leben eines Menschen entwickle und nicht geographisch gebunden sei.