Mahnwache zum Gedenken an die Opfer der Pogromnacht

10. November 2018 15:13

Schülerinnen und Schüler der Bischöflichen St. Angela Schule Düren sowie des Stiftischen Gymnasiums Düren haben an der Rückriem-Stele am Amtsgericht eine Mahnwache zum Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 gestaltet.

Der Geschichtslehrer der St. Angela Schule Frank Schöngarth begrüßte die mehr als 100 anwesenden Personen und zeigte auf, wie aktuell das Problem des Antisemitismus ist. Umso dringlicher sei es, so Schöngarth, nicht zu vergessen, sondern das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten. Schülerinnen seines Geschichtskurses der Jahrgangsstufe EF präsentierten in Texten und ansprechend gestalteten Plakaten das reichhaltige jüdisches Leben in Düren, das in bis in die Frühe Neuzeit zurückreichte und vor der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten im Jahr 1933 einen festen Platz in der Stadt einnahm, etwa durch die örtliche Synagoge, die jüdische Schule und die zahlreichen jüdischen Geschäfte.

Matthias Lochner, Geschichtslehrer des Stiftischen Gymnasiums, leitete über zum zweiten Teil der Mahnwache, bei der die Schülerinnen und Schüler seines Leistungskurses der Jahrgangsstufe Q2 zunächst aufzeigten, wie die Juden in Düren bereits zwischen 1933 und 1938 entrechtet und ausgegrenzt wurden, so dass sich viele zur Emigration gezwungen sahen. Die Novemberpogrome markierten dann einen Wendepunkt hin zur systematischen Judenverfolgung. Die Schüler verlasen einen Funkspruch, der deutlich machte, dass der Pogrom nicht – wie von der NS-Führung behauptet – einem spontanen „Volkszorn“ entsprang, sondern von oben angeordnet und systematisch geplant wurde. Auf diesen Funkspruch folgten drei Zeitzeugenberichte, die die Schrecken der Pogromnacht in Düren plastisch vor Augen führten.

Dr. Achim Jaeger, Geschichtslehrer des Stiftischen Gymnasiums und Organisator der Mahnwache, dankte den Schülerinnen und Schülern für ihr Engagement und den Teilnehmern, darunter viele junge Leute, für ihr Kommen. Jaeger zeigte an Beispielen, wie eng die jüdische mit der deutschen Geschichte verknüpft ist und verwies auf Bücher zum jüdischen Leben in Düren. Die heutige Generation, so Jaeger, habe keine Schuld für die NS-Vergehen, trage aber mit die Verantwortung dafür, dass es solch eine Barbarei nicht wieder gebe. Daher sei es wichtig, schon den Anfängen zu wehren und Zeichen zu setzen wie heute Abend.

Fotos: Jg, Rub