Gardasee 2018: Norditalien mit Verona, Mantua und Venedig

13. Oktober 2018 10:06

In diesem Jahr hat sich eine große Gruppe von vier Leistungskursen (D, E, Ek, M) mit 71 Schülern auf die Reise in Richtung Norditalien an den Gardasee begeben – begleitet wurde die Fahrt von Frau Magiera, Frau Wendlandt, Herrn Bünten, Herrn Dr. Jaeger und Herrn Dr. Paulßen. Am Freitag, dem 21.09.18, machte sich diese größere Gruppe in den späten Abendstunden in Richtung Süden auf. Die Fahrt führte uns über Karlsruhe, die Schweiz mit dem St. Gotthard-Tunnel in Richtung Norditalien. Am frühen Samstagmorgen befuhren wir dann die Autobahn von Mailand in Richtung Venedig und konnten gegen 13.30 Uhr am Mittag schon unser Ziel, die Bungalowanlage Garda Village bei Sirmione, erreichen. Die Rezeption hatte gute Arbeit geleistet und die Bungalows für unsere Gruppe vorbereitet, so dass nach den Formalitäten einem Bezug nichts mehr im Wege stand. Der Nachmittag konnte dann zum Sport (Fußball und Volleyball) und sonstiger Freizeitgestaltung in der Anlage genutzt werden.

Am folgenden Sonntag fand dann eine Fußexkursion auf die Halbinsel Sirmione statt, wo wir die berühmten Grotten des Catull und das inzwischen sehr informativ gestaltete Museum besichtigen konnten. Ein Stadtbummel in Sirmione rundete das Tagesprogramm des Nachmittags ab, bevor es wieder zurück in Richtung Unterkunft ging – 15 Kilometer hatten wir am Abend gewandert und die ersten Füße in unserer Gruppe hatten offenbar kleinere Blessuren bekommen. 

Am Montag startete unser Besichtigungsprogramm mit der ersten professionellen Führung in Verona. Unser langjähriger Stadtführer Mauro Pasetti mit Kollegin Monica erwartete uns am Busparkplatz für Touristenbusse. Mauro und Monica führten unsere Gruppen durch die malerischen Gassen der Stadt und zeigten uns markante Punkte und historische Sehenswürdigkeiten. Versorgt mit den historischen Details der wechselvollen Geschichte der Stadt zwischen Habsburger, Venezianern und dem heutigen Italien ging es nach der Stadtführung zu eigenen Besichtigungen in die Stadt.

Am Nachmittag besuchten wir noch die Arena von Verona, wo im Sommer die berühmten Festspiele stattfinden – aktuell wurden hier Konzerte vorbereitet. Einen Eindruck über die hervorragende Akustik im Innenraum des historischen Bauwerks der Römer und die Dimensionen der Arena konnten wir bei schönstem Sonnenschein gewinnen. Im Anschluss wurde die Lourdes-Kapelle auf der nahen Berghöhe als markanter Aussichtspunkt über Verona angefahren. Es beeindruckte die schöne Sicht über die Bauwerke der Stadt und den Fluss Etsch bei unserer kleinen Rundfahrt. Am Nachmittag und Abend stand dann bei sonnigem Septemberwetter unsere Swimmingpool-Anlage auf dem Programm – natürlich unter fachkundiger Aufsicht.

Am folgenden Dienstag ging es Richtung Süden – die Fahrt führte uns an den Schlachtfeldern von Solferino vorbei, durch die Möranenlandschaft des Gardasees und intensiver Bewässerungslandwirtschaft, zu unserem Tagesziel Mantua. Nachdem wir endlich das Ticket für den Bus bezahlen konnten, ging es per Pedes in die Altstadt. Die Führung hatten wir in diesem Jahr wieder mit Francesca und Anna organisiert und mit einigen Kopien als Buslektüre vorbereitet. Als eine der schönsten Renaissancestädte und ehemalige Kulturhauptstadt Italiens 2016 hatte uns die Stadt schon einiges während unser Fußexkursion zu bieten und zahlreiche Schüler fanden am Abend dann den Ausflug ausgesprochen interessant und die Stadt abseits der Haupttouristenströme mehr als sehenswert. Das Shopping-Interesse war groß und so rundete ein Besuch im Factory Outlet im Süden Mantuas den Tag ab.

Den Morgen des Mittwoch nutzen viele zum Ausschlafen und so sah man nicht jeden zum Frühstück. Am späten Vormittag starteten wir dann in Richtung Isola della Scala wo wir das dortige Reisfest „52e Fiera del Riso“ besuchten. Der angebotene „Risotto Italiano“ schmeckte vielen recht gut – insgesamt hatten wir aber wohl vom Fest zu viel erwartet und so waren nicht alle ganz zufrieden. Am Abend muss es wesentlich belebter in Isola della Scala sein.

So nutzen wir den frühen Rückweg noch zu einem Abstecher nach Solferino und besichtigten den dortigen Aussichtsturm mit den besten Hintergrundinformationen zu der Schlacht von Solferino von 1856. Nicht nur Italiens Freiheit und Einheit (Risorgimento) entstand hier sondern von Henry Dunant wurde – beim schrecklichen Anblick der Schlachtfelder – auch das Rote Kreuz gegründet. Tausende von Toten waren das traurige Ergebnis dieser Schlacht vom 24. Juni 1856. Beeindruckend war als Nebeneffekt noch die hervorragende Rundumsicht über den südlichen Gardasee. Früh ging es in die Ferienanlage zurück und man konnte sich bei Sport und Spiel noch etwas erholen.

Der geplante Tag in Venedig verlangte von uns nun am Donnerstag ein sehr frühes Aufstehen und pünktliche Abfahrt Richtung der Lagunenstadt. Unser Standort bei Sirmione ermöglichte uns zwar immer das zügige Erreichen der Autobahn, aber das Verkehrsaufkommen ist hier in Norditalien halt auch sehr hoch, so dass immer mit Staus zu rechnen ist. Wir erreichten an diesem Tage jedoch ohne wirklich größere Behinderungen Venedig. Nachdem wir die teure Einfahrt bezahlt, ein Parkticket für den Busparkplatz Tronchetto gelöst und für unsere große Gruppe ein passendes Boot organisiert hatten, ging es den Canale della Giudecca in Richtung Markusplatz.

Hier erwarteten uns um 11.15 Uhr schon Francesca und Lucia zu einer ausgesprochen interessanten Stadtführung im historisch zentralen Bereich. Wir erfuhren, vom Markusplatz ausgehend – sehr schülergerecht durch unsere beiden Führerinnen aufbereitet – die wichtigsten Aspekte der Entstehungsgeschichte der Stadt, die Geschichte der großen Bauwerke am Markusplatz, die heutigen Probleme des Lebens in der Stadt wie auch die besonderen Lebensverhältnisse in der Lagune. An der Rialto-Brücke endete dann unsere Führung. Versorgt mit Stadtplänen konnten sich die Schülergruppen von hier aus in der Lagunenstadt bewegen. Am späten Nachmittag ging es wieder mit unserem Bus zurück Richtung Gardasee und der Abend wurde mit Pizza nach Wunsch im Garda Village abgerundet. 

Am Freitag kam es dann zur lange geplanten und freudig erwarteten Bootsfahrt auf dem Gardasee. In Sirmione bestiegen wir das Schiff von „Navigazione Lago di Garda“; nicht lange und schon hielten wir im schönen Städtchen Garda und konnten die Ausläufer des Monte Baldo bestaunen, wir stiegen aus und über Mittag konnte der Ort erkundet werden. Hier gab es dann die letzte Möglichkeit, sich noch auf einem landestypischen Markt mit Mitbringseln zu versorgen. Am frühen Nachmittag ging es wieder in Richtung Sirmione, über den malerischen Weinort Bardolino und das Städtchen Lazise – auch mit einer Skaligerburg ausgestattet – ging die Bootsreise zurück nach Sirmione. 

Die längere Bootstour über den See hatte uns nun den südlichen Seebereich in seiner Schönheit gezeigt, das sonnige Wetter tat ein Übriges und so stand der Genuss der wechselnden Aussichten im Vordergrund. Sirmione ist sicher das meistbesuchte touristische Highlight am See und machte auch einen weiteren Besuch am heutigen Nachmittag sinnvoll. Man konnte sich noch für die Rückfahrt versorgen. Gemütlich ging es nun zur Bungalowanlage, das letzte Gepäck wurde noch sortiert und für die Fahrt etwas Kleidung gewechselt, anschließend ging es zurück Richtung Deutschland. 

Am Samstagmorgen, dem 29.09.18, erreichten wir wohlbehalten und um viele Eindrücke reicher wieder unsere Heimatstadt in Düren. Eine ereignisreiche Woche hatte ihren Abschluss gefunden. Begleitenden Lehrern und den Schülern hat die gesamte Fahrt mit ihrem Programm wohl durchgehend viel Freude bereitet.

Text: Bt