„Es regnet viel, aber mit Gummistiefeln ist es auch sehr nett!“

10. Oktober 2018 20:36

Die ehemalige Schülerin Johanna Bohm (Abiturientia 2015) stellte interessierten Schülerinnen und Schülern der Oberstufe ihr Auslandsjahr in Schottland nach dem Abitur vor. Die Psychologiestudentin der Universität Trier veranschaulichte ihren Vortrag zur Vorstellung des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes (IJFD) mit einer gut strukturierten Präsentation und zwei privaten Fotobüchern. So konnten die Zuhörerinnen und Zuhörer sehr gut den Schilderungen zur Motivation, zur Einsatzstelle sowie zu den persönlichen Erfahrungen und Schlussfolgerungen mit den abschließenden Tipps für eine eigene Bewerbung folgen.

Johanna Bohm schilderte eindrucksvoll die Arbeit in ihrer Einsatzstelle, der Ochill Tower R. S. School in den schottischen Midlands. Das Camphill-Internat mit fünf Häusern und fünf Klassen unterstützt die Familien von Kindern und Jugendlichen zwischen zehn und 18 Jahren mit besonderem Förderbedarf, zum Beispiel in den Bereichen Autismus und Epilepsie. Rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter sind in der Regel 15 Freiwillige überwiegend aus Deutschland, betreuen die etwa 40 Kinder und Jugendlichen. Johanna Bohm kümmerte sich vor allem um ein Zwillingsbruderpärchen, das im Haus „Belvidere“ der Einrichtung untergebracht war. Es sei dabei vor allem um die Unterstützung der täglichen Routine und die Nachmittagsbetreuung gegangen, berichtete die ehemalige Freiwillige. Konkret bedeutete das, dass viele praktische Arbeiten etwa der Bau von Bienenhotels im Garten oder das Backen von gluten- und lactosefreiem Brot angeleitet wurden. Auch das Trainieren des Gleichgewichts, um besser Fahrradfahren zu können, habe viel Zeit und Zuwendung erfordert. Der Höhepunkt für alle Beteiligten wäre jedoch die Campingwoche in den Highlands gewesen, berichtete Johanna schmunzelnd.

Neben diesen intensiven Beziehungen zu den Schülerinnen und Schülern in der sogenannten „gaur class“ der Einrichtung bereiste Johnanna Bohm auch ausgiebig das landschaftlich sehr reizvolle Schottland. In den Schulferien oder am Wochenende stattete sie beispielsweise dem berühmten „Loch Ness“ einen Besuch ab und reiste nach Glasgow und Edinburgh sowie London. Zudem habe sie mit anderen Freiwilligen auch Wanderungen am Strand und Kanutouren unternommen. Mit einem verschmitztem Lächeln hob sie hervor, dass sie dabei „immer mit Gummistiefeln im Meer war“, dem typisch schottischen Wetter mit viel Regen und kühlen Temperaturen angemessen.

Den Aufenthalt in Schottland, der von der Entsendeorganisation „Freunde der Erziehungskunst Rudolph Steiners“ begleitet wurde, habe sie persönlich sehr bereichert. Sie habe ihre eigenen Grenzen austesten, an schwierigen Situationen wachsen und sich mit anderen Freiwilligen vertrauensvoll austauschen können; vor allem aber habe sie die intensiven Beziehungen mit den Kindern und Jugendlichen, insbesondere die gemeinsame Freude über die kleinen Fortschritte schätzen gelernt. Ihr Vorhaben, auch zukünftig mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, wäre durch den Auslandsaufenthalt nachdrücklich bestärkt worden.

Sie rät allen Interessierten sich vor allem frühzeitig um einen Platz im Freiwilligendienst zu kümmern, sich über Entsende- und Aufnahmeorganisation zu erkundigen, ggf. einen Unterstützerkreis zur Finanzierung aufzubauen und nach Möglichkeit Kontakt zu ehemaligen Freiwilligen der jeweiligen Organisation aufzunehmen. Das „Quifd“-Label, das die Qualität der Freiwilligendienste prüft und zertifiziert, könne dabei eine gute Hilfe sein.

Text: Kl
Fotos: Johanna Bohm