Stadtmauer AG erkundet Ausgrabungen an der Marienkirche

1. Juli 2018 10:10

Zum Abschluss ihrer laufenden Arbeiten an der Stadtmauer-App besuchten die Teilnehmer der Stadtmauer AG in Begleitung von Dr. Anne Krings (Stadtmuseum Düren), Dr. Achim Jaeger, Anna Kaulen und David Silbernagel am 22. Juni 2018 die aktuellen Ausgrabungen an der Marienkirche. Am Standort des ehemaligen Franziskanerklosters konnten unter anderem Teile der Apsis der früheren Klosterkirche mit beiden östlichen Strebepfeilern freigelegt werden, wie der Archäologe Dr. Andreas Vieten vor Ort erläuterte.

Erhaltene Fundamente der eckigen Apsis der Kirche des Franziskanerklosters

Es wird noch zu überprüfen sein, ob es sich bei der erhaltenen eckigen Apsis der Klosterkirche um den ersten Kirchenbau aus dem 15. Jahrhundert oder um dessen Neubau aus dem 16. Jahrhundert handelt. Die für Düren so wichtige Reliquie der Hl. Anna wurde von 1501-1506 zunächst in der hier zum Teil ausgegrabenen Kirche aufbewahrt, bevor sie dann später in die Annakirche überführt wurde. Abgesehen von dieser Tatsache, die für die Stadt und die Region eine erhebliche Bedeutung hat, ist daran zu erinnern, dass Dürens „erster Geschichtsschreiber”, Jakob Polius (gestorben 1656) – übrigens Absolvent der Dürener Lateinschule, aus der das heutige Stiftische Gymnasium hervorging – einmal Guardian (Vorsteher) des Dürener Franziskanerklosters war.

Dr. Andreas Vieten wies die historisch interessierten Besucher noch auf ein anderes Detail hin: „Die Keramikscherbe, die in den Mörtel der Bruchsteinmauer östlich der Franzikanerkirche mit verbaut worden ist, datiert in das 15./16. Jahrhundert und ist ein Hinweis auf mittelalterliche Klostergebäude. Es könnte sich durchaus um jene handeln, die im Plan von Hollar sichtbar sind!”. Es erschiene wohl sinnvoll, an dieser Stelle ein „archäologisches Fenster” zu öffnen oder zumindest den Verlauf der alten Mauerfundamente auf der Oberfläche des an der Baustelle geplanten Platzes kenntlich zu machen, um zu verdeutlichen, wie sich die bauliche Situation in Spätmittelalter bzw. in der Fühen Neuzeit darstellte.

Foto: Dr. Achim Jaeger (Foto zur freien Verfügung)