Exkursion der Geographie-Leistungskurse nach Duisburg

8. März 2018 10:12

Früh morgens, am 30. Januar 2018, ging es für die beiden Geographie-Leistungskurse der Jahrgangsstufe Q2 los nach Duisburg mit einer eineinhalbstündigen Busfahrt. Dort angekommen bekamen wir direkt die erste Führung durch das Hafengelände, den Duisport, des größten Binnenhafens der Welt. Im Rahmen unseres Unterrichtsthemas „Globalisierung“ war dies der ideale Exkursionsort.

Frau M. Becker – unsere Führerin der Duisburger Hafen AG (Duisport) – legte besonderes Augenmerk auf den strukturellen Aufbau des Hafens und seinen Logports. Dort sind Firmen direkt ansässig und können ihre Güter weiter umschlagen. Dabei wurde auch besonders hervorgehoben, dass es im Rahmen der intermodalen Transportketten insbesondere bimodale und trimodale Umschlagpunkte gibt. Bimodal bedeutet, dass man Waren über den Wasserweg und über den Weg der Straße transportieren kann, beim trimodalen Modell kann auch noch über den Schienenweg transportiert werden. Die Transporteinheit ist dabei der übliche Standardcontainer, den wir alle von Straße und Schiene kennen: Twenty-foot Equivalent Unit (Abkürzung TEU). So sahen wir hier vor Ort natürlich nicht zählbare Mengen derselben.

Die Duisburger Hafen AG hat in den einzelnen Logports auch eigene Firmen. Diese verpacken zum Beispiel die Waren (Duisport Packing Logistics GmbH), aber sie haben auch ihre eigenen Facility Manager. Duisburg hat zudem auch die Chance des prestigeträchtigen Großprojekts Chinas, der neuen Seidenstraße, genutzt und schickt monatlich dutzende Züge nach Peking. Ein Zug braucht für die Strecke etwa 16 Tage. Er ist damit doppelt so schnell wie auf dem Seeweg. Dabei wird die Strecke Duisburg nach Chongqing – einer Stadt mit 35 Millionen Einwohnern  – am Jangtsekiang bedient. In 2016 wurden über 40 000 Container auf diesem Weg transportiert.

Nach einer kurzen Mittagspause bei McDonalds ging es weiter zu den HKM (Hüttenwerken Krupp Mannesmann) in Duisburg Huckingen. In den HKM werden jährlich 5,53 Millionen Tonnen Rohstahl produziert. Das macht 12 Prozent des in Deutschland hergestellten Rohstahls aus. Dort bekamen wir durch eine PowerPoint Präsentation von zwei pensionierten Mitarbeitern einen ersten Eindruck von der Geschichte des Hüttenwerks und die Stahlverarbeitung wurde erklärt. Der Erz-und Kohletransport aus Brasilien oder den USA und der Transport über den Rotterdamer Hafen, mit Schubverbänden den Rhein hinauf, waren wieder die für uns Geographen interessanten Verflechtungen. Die beiden Herren Ganschow und Bongart boten dabei ausgesprochen kurzweilige und interessante Informationen und präsentierten auch noch einen Lehrfilm zum „Stahlkochen“. Danach legten wir die Sicherheitsausrüstung und Funkkopfhörer für die Werksbesichtigung an und es ging los.

Erst einmal erkundeten wir das Gelände per Bus, um einen Überblick über den gesamten Aufgabenbereich eines Hüttenwerks zu bekommen. Vom Hafen bis zum Hochofen war der logische Weg. Besonders fanden wir, dass das HKM neben einem eigenen Kraftwerk sogar ein eigenes Klärwerk besitzt und eine große eigene Forschungsabteilung, die sich nur mit verschiedenen Legierungen von Stahl beschäftigt und immer wieder neue Varianten erforscht. Danach durften wir endlich das Stahlwerk von innen betrachten. Riesige Kessel mit flüssigen Stahl und überall Funken. Durch die zwei Hochöfen wird die dauerhafte Produktion gewährleistet.

Das Hüttenwerk produziert Brammen, rechteckige Stahlblöcke, und Rundstahl. Diese können dann in Deutschland aber auch international weiterverarbeitet werden. Möglicherweise werden diese auch über den Duisport weiter umgeschlagen. Am späteren Nachmittag ging es dann wieder heim in Richtung Düren – wir hatten einen der letzten Montanindustriestandorte in Deutschland kennen gelernt. Geleitet wurde die Exkursion der beiden Geographie-Leistungskurse von Herrn Bünten und Herrn Beetz.

Text: Svenja Hauck & Valerie Dück (beide Q2)
Fotos: Bt