Projekttag gegen Rechtsextremismus

29. Januar 2018 14:05

Am 18. und 19.01.2018 fand am Stift für die Schüler der 9. Klassen ein „Tag gegen Rechtsextremismus“ statt. Durchgeführt wurde der Projekttag von ehrenamtlichen jungen „Teamern“ des Netzwerks für Demokratie und Courage, das sich bundesweit für Demokratieförderung und gegen Diskriminierung engagiert. In der Klasse 9a lief der Tag am 18.01. und ging von der ersten bis zur sechsten Stunde. Der Nachmittagsunterricht blieb jedoch bestehen. Die Aufgabe der Betreuer Judith, Janine und Basti war, den Schülern dieses Thema etwas näher zu bringen.

Mit Namensstreifen auf der Brust begann der Tag mit einer Vorstellungsrunde. Die Schüler erzählten den Betreuern von ihren Interessen und verrieten, wie sie hießen, wo sie wohnten und wie alt sie sind. Das erste Spiel hieß: „Ich – Ich nicht“. Die Schüler bekamen Fragen gestellt und sollten sich auf die linke Seite der Klasse stellen, wenn die Antwort auf die Frage „Nein“ war, wenn „Ja“, nach rechts. So sollte gezeigt werden, dass wir Kinder alle irgendwie unterschiedlich sind. Die einen haben Ohrlöcher, die anderen nicht. Drei Schüler haben kein Instagram, der Rest schon, und so weiter.

Nun folgte eine Gruppenarbeit. Bilder, die antisemitisch, rechtsradikal und frauenfeindlich waren, sollten verschiedenen Aussagen wie „Antisemitismus ist die Feindseligkeit gegenüber Juden“ oder „Rassismus ist die Feindseligkeit gegenüber […] schwarzen Menschen“ zugeordnet werden. Es folgten Gespräche über die Themen Homosexualität, Rassismus, Islam und Antisemitismus. Anschließend sahen die Jugendlichen einen Filmbeitrag, in dem Opfer von Rassismus und Antisemitismus gezeigt wurden. Sätze von anonym gebliebenen Menschen am Telefon zu einem Juden wie „Du wirst nicht mehr lange leben!“ oder Begriffe zu einer jüdischen Bloggerin wie „Judensau“ waren schockierend. In die Wohnung einer türkischen Familie mit mehreren Kindern wurde ein Brandsatz geschmissen, der Vater bangte um das Leben seiner Tochter. Ein Rollenspiel, in dem Rechtsextremismus im Alltag thematisiert wurde, zeigte uns sehr deutlich die Notwendigkeit der Zivilcourage auf.

Danach spielten die Schüler mit den Betreuern Memory. Dabei mussten rechtsextreme Zitate verschiedenen Gruppierungen, die diese Äußerungen getätigt haben, zugeordnet werden. Der „Tag gegen Rechtsextremismus“ endete mit einer Zusammenfassung der letzten sechs Stunden und einem Feedback. Dabei waren wir uns einig: Für die Schüler war der Tag „interessant“ und hat uns zum Nachdenken gebracht. Positiv hervorzuheben sind die Mitarbeiter des Netzwerks für Demokratie und Courage, die sehr freundlich auf uns eingegangen sind.  An sie geht deshalb ein besonderer Dank für die Durchführung des Projekttags.

Julius Stockheim, 9a