Archäologe Dr. Andreas Vieten berichtet über Grabungen

28. November 2017 05:35

„Die Archäologie stellt das durch die Geschichte Zerstörte wieder her.“ Diese Äußerung des bekannten Schweizer Schriftstellers Friedrich Dürrenmatt wurde von Dr. Andreas Vieten bei seinem Vortrag am Stiftischen Gymnasium an konkreten Beispielen nachvollziehbar. Nachdem die Klasse 6a kürzlich das Römisch-Germanische Museum in Köln besucht hatte, erhielt sie nun Gelegenheit, sich mit der lokalen Geschichte zu befassen. Einer Einladung des Klassenlehrers Dr. Achim Jaeger folgend, machte der zurzeit auf dem Dürener Marktplatz grabende Archäologe Dr. Andreas Vieten die interessierten Schülerinnen und Schüler mit den Ergebnissen der jüngsten Befunde vertraut.

Dr. Andreas Vieten informiert die Klasse 6a am Stiftischen Gymnasium über die aktuellen Grabungen in Düren.

So konnte er zum Beispiel bei der im Rahmen des Masterplans realisierten Neugestaltung der Violengasse Überreste von Bebauungen aus dem 13. bis 19. Jahrhundert freilegen. Dabei ist bemerkenswert, dass ein Teil der freigelegten Häuser und Straßenzüge im Dürener Stadtzentrum sich auch in dem von Wenzel Hollar geschaffenen Vogelschauplan aus dem Jahre 1634 wiederfinden lassen. In einem spannenden Lichtbildvortrag wurden die ältesten Spuren eines mittelalterlichen Grubenhauses ebenso präsentiert wie Einzelstücke (Krüge, Tonscherben etc.), die vom Alltagsleben längst vergangener Zeiten künden. Für die Schüler war es ein besonderes Erlebnis, Fragen an den Fachmann zu stellen und zudem Altertümer aus dem Rheinland im wahrsten Sinne des Wortes „begreifen“ zu können; beispielsweise eine römische Schreibtafel aus Köln oder eine römische Dachziegel aus Bonn.

Foto: Dr. Achim Jaeger (zur freien Verfügung)