Ein Besuch im Dürener Stadtmuseum

10. April 2017 10:40
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Düren in der Frühen Neuzeit – Stadtmodell nach Wenzel Hollar, erstellt von Josef Winthagen

Das Dürener Stadtmuseum ist mit seiner Eröffnung im Jahr 2009 das jüngste Museum in Düren und wird, bei freiem Eintritt, ehrenamtlich geführt. Dabei ist es eine große Hilfe für alle, die mehr über die Geschichte der Stadt Düren erfahren möchten. Diese wird den Besuchern innerhalb der Räumlichkeiten anhand einer umfangreichen Sammlung teils gespendeter Exponate näher gebracht.
Aktuell werden drei verschiedene Ausstellungen gezeigt: Dürens Goldene Jahre (1871-1914), Heimatfront – Düren und der Erste Weltkrieg sowie die Daueraustellung zum 16. November 1944.
Erstgenannte Austellung besuchten wir als Grundkurs Geschichte (Q1), wobei uns die Leiterin des Museums, Frau Dr. Krings, durch die Ausstellung führte und uns viele neue, interessante Fakten über die Geschichte unserer Heimatstadt darlegte. Wie zum Beispiel, dass sich schon  im 18. Jahrhundert erste Industrien in Düren ansiedelten, aber der eigentliche Industrieboom und somit die Wende für die damals noch kleine Stadt Düren, ebenso wie in vielen weiteren Städten, erst durch den Eisenbahnanschluss ausgelöst wurde.
Die aufblühende Industrielandschaft, welche von den neuen Möglichkeiten des Fernverkehrs profitierte, veranlasste viele Menschen aus dem Umland dazu, nach Düren zu ziehen und die Stadt wuchs nach und nach über ihre vorherigen Grenzen hinaus.
Den größten Teil der Industrie stellten Papierfabriken da, welche sich auf Grund der guten Wasserqualität und dem direkten Zugang zur Rur in Düren ansiedelten.

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Büste von Anna Schoeller

Langsam aber sicher machte sich Düren einen Namen als „Millionenstadt“. Was sich nicht etwa auf die Bevölkerungszahl, sondern den Anteil der Millionäre innerhalb dieser bezog. Viele dieser Millionäre, welche meist Industrielle waren, nutzten ihr Geld, um der Stadt Düren und ihren Einwohnern etwas Gutes zu tun und ihnen Bildung, Kunst und Kultur näher zu bringen oder den Zugang überhaupt erst zu ermöglichen. So entstand zum Beispiel das Leopold-Hoesch-Museum. Außerdem setzten sich Industrielle wie Anna Schoeller ebenfalls für gute Zwecke, wie die immer noch existierende Blindenfürsorge, ein. Auch wenn Düren als Stadt an sich nicht reich war, seine vermögenden Bürger investierten in die Stadt und ihre Bewohner, was viele positive Auswirkungen auf das Stadtbild, die Bildung der Bevölkerung und auch Zufriedenheit der Menschen hatte. Diese Entwicklung endete mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs.
Schließlich lässt sich sagen, dass uns die Führung im Stadtmuseum als schönes und informatives Ereignis in Erinnerung bleiben wird und bestimmt den ein oder anderen von uns dazu motiviert hat, noch mehr über seine Heimatstadt erfahren zu wollen. Sicherlich wird dies nicht der letzte Besuch im Stadtmuseum gewesen sein!

Lena Szymanski (GeGK1Q1/Kl, 20.03.2017)